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		<title>NOWRUZ</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Mar 2011 20:44:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Javad Parsay</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[Nowruz Internationaler Nowruz-Tag Die UNESCO führt auch eine Liste des Weltdokumentenerbes (Memory of the World), die weltweit bedeutende dokumentarische Zeugnisse in Archiven, Bibliotheken und Museen, darunter wertvolle Buchbestände, Handschriften, Partituren, Unikate, Bild-, Ton- und Filmdokumente umfasst, sowie eine Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit. Nowruz (Frühlingsanfang) wurde im Jahr 2010 von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p dir="ltr"><strong>Nowruz</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>Internationaler Nowruz-Tag</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Die UNESCO führt auch eine Liste des <a title="Weltdokumentenerbe" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Weltdokumentenerbe">Weltdokumentenerbes</a> (Memory of the World), die weltweit bedeutende dokumentarische Zeugnisse in Archiven, Bibliotheken und Museen, darunter wertvolle Buchbestände, Handschriften, <a title="Partitur" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Partitur">Partituren</a>, Unikate, Bild-, Ton- und Filmdokumente umfasst, sowie eine Liste der <a title="Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Meisterwerke_des_m%C3%BCndlichen_und_immateriellen_Erbes_der_Menschheit">Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit</a>.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Nowruz (Frühlingsanfang) wurde im Jahr 2010 von der 61. <a title="Generalversammlung der Vereinten Nationen" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Generalversammlung_der_Vereinten_Nationen">Generalversammlung der Vereinten Nationen</a> als &#8220;internationaler Nowruz-Tag&#8221; anerkannt. Zuvor nahm <a title="UNESCO" href="http://de.wikipedia.org/wiki/UNESCO">UNESCO</a> den Nowruz-Tag in die Liste des Menschheitskulturerbes bzw. <a title="UNESCO-Welterbe" href="http://de.wikipedia.org/wiki/UNESCO-Welterbe">UNESCO-Welterbe</a> auf.<span id="more-118"></span></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>Etymologie</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Wörtlich übersetzt heißt Nowruz „Neuer Tag“ (nou oder now: neu, Ruz: Tag). Die Wörter Ruz, Roç oder Roj in iranischen Sprachen, die für Tag stehen, gehen auf das ur-indoiranische Rauça (sprich: Rautscha) zurück, was wiederum vom ur-indoeuropäischen* Leuk- stammt, woraus auch das Luç auf Russisch, Licht auf Deutsch, Leukós auf Griechisch, Lux auf Latein und Luy auf Armenisch entstanden sind. Im altiranischen Avestisch benutzte man Raôçah tatsächlich für Licht, neu hieß nava.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Ein Mytus in Shahname (Königsbuch von Ferdowsi) besagt: In mythischer Zeit habe über das Hochland von Iran der grausame assyrische Tyrann &#8220;Zahhaak&#8221; geherrscht, aus dessen Schultern zwei Schlangen wuchsen, die er jeden Tag mit zwei Kinderhirnen fütterte. Der Schmied Kawa hatte bereits 16 Söhne verloren, als er auch seinen letzten Sohn opfern sollte. Zusammen mit dem Prinzen Fereydun zog er an der Spitze einer aufgebrachten Menge zum Palast, wo sie &#8220;Zahhak&#8221; gefangen nahmen, fesselten und ihn an einen Felsen auf Alborzgebierge schmiedeten. Aus Freude entfachten die Menschen ein Feuer, das die Nachricht im ganzen Land verbreitete.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"> </p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Das iranische Neujahrsfest Nowruz<sup>1</sup></p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Das schönste, größte iranische Fest ist das Frühlings- und Neujahrsfest “Nowruz“ (der neue Tag), dessen Wurzeln mindestens in die Zeit der Achämeniden zurückreichen. Dieses älteste und wichtigste Fest beginnt immer mit dem astronomischen Frühlingsanfang. Der eigentliche Höhepunkt des Festes ist der Tag des Jahresausklangs, am ersten Tag“, des ersten Monats, mit dem Namen „Farwardin“<strong><sup>2</sup></strong> (20./21. März).</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Nowruz ist das am weitesten verbreitete, und farbenprächtigste der iranischen Feste, dass als Frühlingsfest auch in vielen Nachbarländern, wie Azərbaican, Afghanistan, Tadschikistan, Pakistan, Irak, Kurdistan, Türkei, Üzbekistan, Kazakistan, Kirkizistan und Hindustan, gefeiert wird, und obwohl es einer Tradition der vorislamischen Zeit entstammt, ist es das einzige Fest, das nicht einer einzelnen Religionsgruppe vorbehalten ist.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Über den Ursprung des Nowruz gibt es unterschiedliche Meinungen: Die antiken Perser glauben, dass Gott den Menschen am ersten Tag des Frühlings erschuf. Davon erzählen auch alte persische Legenden. In einer Volkslegende wird seine Entstehung am häufigsten mit Jamshid, dem sagenhaften mythischen iranischen König, in Verbindung gebracht, wobei das Fest an die Himmelfahrt von Jamshid erinnert, für die er einen Wagen benutzt hat, der von Dämonen gebaut wurde, die er unterworfen hatte und in den Dienst der Sterblichen gezwungen hatte.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Allerdings scheint Nowruz ursprünglich eher aus der Hirten- bzw. bäuerlichen Kultur entstanden zu sein, die den Übergang vom Winter zum Sommer verehrt hatte: Fruchtbarkeits- und Erneuerungsriten können ohne Zweifel in manchen Bräuchen erkannt werden. Zwölf Tage dauert das Fest. Am dreizehnten Tage des neuen Jahres, der als Unglückstag gilt, ziehen die Menschen in die freie Natur, und organisieren eine Art Ausflug.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">In der Sasaniden- Zeit wurde zwischen einem Klein-Nowruz (am ersten Tag) und einem Großen Nowruz (am sechsten Tag des Monats) unterschieden. Später erst hat sich die Feier auf die heutige Länge ausgeweitet. Im Jahr 1006 &#8211; nach iranischer Zeitrechnung, (1627) bzw. um dieses Jahr herum, ist der erste Farwardin auf den ersten Frühlingstag gefallen, und eine Kalenderreform, zu welcher der Dichter und Wissenschaftler „Omar Khayyam“ beigetragen hatte, hat den Kalender so eingerichtet, dass der Nowruz konstant geblieben ist und alle vier Jahre ein Tag vor dem Fest eingeschoben wurde.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>Pischvaz-e Nowruz (Vorbereitungen für den Nowruz)</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Die Vorbereitungen für den Nowruz beginnen eine Weile vor den Feiertagen. Obwohl es lokale Unterschiede gibt, bestehen einige Gebräuche überall. Schon fünfzehn Tage vorher wird das Fest vorbereitet: Weizen, das vorher in Wasser zum Keimen gebracht wurde, wächst auf einem Teller oder einer flachen Schüssel zu kleinen grünen Schösslingen (Sabze) heran.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Der Frühlingsputz ist der wichtigste Teil bei der Vorbereitung. Die Hausfrauen haben alle Hände voll zu tun. Beschädigte gebrochene Gegenstände müssen unbedingt entsorgt werden. Schöne Blumentöpfe am Fenster, und noch einige Winterfrüchte werden hier und dorthin gestellt, damit es überall schön ausschaut und nach Blumen und Zitrusfrüchten duftet. Am Vorabend des letzten Mittwochs des Jahres (Charshanbe-Suri), beginnen die Feierlichkeiten. Auf freien Grundstücken oder in unbefahrenen Gassen, wird ein kleines Feuer gemacht, über das Jung und Alt springen. Am letzten Freitag des Jahres findet ein Besuch der verstorbenen Verwandten auf dem Friedhof statt.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Am Vorabend des Jahreswechsels laufen die allgemeinen Bäder auf Hochtouren; Alle waschen sich unbedingt den Körper, damit sie den Jahreswechsel sauber erleben. Diese Körperreinigung ist sogar ein Ritual. Unter der Sasaniden- Dynastie, haben sich die Iraner, am Vorabend des Nowruz, nach einer bestimmten Ordnung, den Körper waschen müssen. Zusätzlich war es üblich, den Körper, am nächsten Tag, d.h. am ersten Tag des Frühlingsfestes, in fließendem Wasser, wie in Flüssen u.ä., zu waschen und einander mit Wasser anzuspritzen, damit der Körper von Sünden befreit wird und auch die Seelenqualen beseitigt werden. Solchen Bräuchen begegnet man im Iran noch immer in alten Volksgruppen, besonders am Hochland in den Gebirgen. Noch immer ist es unter Nomaden und Dorfbewohnern üblich, die Festtags-, und Hochzeitswaschungen, nach bestimmten Bräuchen, in einem natürlichen Bach des Dorfes zu vollziehen.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>Haji – Firuz (Nowruz – Botschafter)</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Ein noch am Leben erhaltener Brauch vor dem Nowruz, ist der Aufruf des Nowruz- Botschafters „Haji-Firuz“. Das ist ein rot verkleideter Mann, mit einem „Kolah-Bughi“ (langen Magierhut) am Kopf, mit schwarz gefärbtem Gesicht, der, von einer Straße zur anderen, mit einem „Dayere“ (Tamburin) in der Hand fröhliche Lieder singt. Er bringt die Menschen zum Lachen und teilt mit jedem die gute Nachricht: Der Frühling kommt, man soll die Sorgen verjagen, den Kopf hoch halten und fröhlich sein.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>Mein Herr, ich begrüße Dich</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>Mein Herr, heb den Kopf</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>Schau, wie es überall nach Zuckerbonbon riecht</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>Mein Herr, warum lachst Du denn nicht?</strong></p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"> </p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>Charshanbe Suri (Fröhlicher Mittwoch)</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Am Vorabend des letzten Mittwochs des Jahres wird ein kleines Feuer<strong><sup>3</sup></strong> gemacht, über das Jung und Alt springen. Dabei sprechen sie zum Feuer die Worte: „Meine Blässe (mein Schädliches) möge dir gehören, deine Röte (dein Gutes) mir.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"> </p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>Meine Blässe für dich,</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>deine Röte für mich,</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>meine Kälte ist dir,</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>deine Wärme ist mir.</strong></p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Die modernen Wohnviertel Teherans bieten sich schlecht für diesen Brauch an. Aber in den Provinzstädten und auf dem Lande ist er noch immer lebendig. Es gibt unzählige Bräuche für diesen Abend. Es gibt allgemeine Bräuche, die im ganzen Land bekannt sind und allgemein erhalten werden und viele lokale Glaubensbezogene, auch zum Teil Schamanistische Arten, die schon längst Tradition geworden sind.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>In Schiraz</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Am selben Abend gehen, in Schiraz, Leute mit einem Korb Salz umher und verkaufen es den Passanten gegen eine Handvoll Münzen. An diesem Abend wird auch die Zukunft gedeutet.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Hat man sich einen Wunsch ausgedacht, wird ein Schlüssel mit zwei Kerben auf die Erde gelegt; derjenige, der sich etwas gewünscht hat, lehnt das rechte Ohr gegen eine Mauer; und je nachdem, was er hört, erfüllt sich auch sein Wunsch. Unter die Dachrinne des Hauses wird oft auch ein blauer Krug gestellt, und alle, die sich einen Wunsch ausgedacht haben, werfen irgendetwas in den Krug. Am nächsten Morgen nimmt ein kleines Mädchen die Gegenstände heraus und deutet sie.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Manche stellen sich, mit einem Schlüsselbund unter dem Fuß, an eine Straßenecke, und wünschen sich etwas. Sagt die erste vorbeigehende Person unaufgefordert ein gutes Wort, geht der Wunsch in Erfüllung. Man darf allerdings nicht vergessen, vorher den Schlüssel unter die Dachrinne zu legen.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Andere legen ein paar Münzen in einen Krug, der bei Sonnenuntergang mit den Worten von der Terrasse geworfen wird: „Mögen meine Schmerzen und Sorgen mit diesem Krug verschwinden! “ Man darf sich allerdings dabei nicht umdrehen, sonst könnte ein Unglück geschehen.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>In Esfahan</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">In Esfahan springt man über ein brennendes blaues Tuch und singt dabei ein paar Reime, die das Böse vertreiben sollen. Auch gibt es zum Teil noch den Brauch, dass sieben Frauen einen Topf mit Wasser füllen, das sie aus sieben Quellen geschöpft haben. Jede von ihnen wirft dann irgendeinen kleinen Gegenstand in den Topf. Über diesen wird ein metallener Teller gestülpt, der ein Erbgegenstand sein muss. Dann steckt man den Topf in den Ofen.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">In der Früh des nächsten Morgens holen ihn die Frauen heraus. Die älteste setzt sich, stellt ihn zwischen ihre Beine, deckt ihn mit einem Tuch zu, zieht einen Gegenstand heraus, und hält ihn eine Weile in der geschlossenen Hand, einen Vers des „Hafez“ zitierend. Dann öffnet sie die Hand, und gibt den Gegenstand dem Eigentümer. Je nach Aussage des Verses ist die Zukunft gut oder schlecht.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>Sofre ye Haft Sin (Nowruz- Tisch)</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Wichtigstes Brauchtum sind die Haft Sin. Am Vorabend des Neujahrstages, brennt in jedem Zimmer des Hauses eine Kerze (Symbol des Lichts). Auf einem festlich gedeckten Tischtuch, der in manchen Familien am Boden liegt, oder auf einem Tisch werden sieben Gegenstände ausgebreitet, die mit dem Buchstaben „S“ (pers. Sin) beginnen: Sabze (Weizen- oder Linsensprossen), Samanu (eine süße Speise aus Weizenkeimen), Sir (Knoblauch), Serke (Essig), Somagh (saures Gewürz), Sib (Apfel) und Senjed (Mehlbeeren). Außerdem kommen Sekke (Münzen), häufig auch Sonbol (Hyazinthe) sowie Sepand (eine wilde Raute) &#8211; für den Weihrauch &#8211; hinzu. Zusätzlich werden ein Spiegel (Symbol für Glück), ein oder einige Goldfische, die in einem durchsichtigen Wasserkrug schwimmen, ein Stück Brot, bemalte harte Eier sowie Diwan-e Hâfez (Gedichtband von Hafez), bei Zoroastriern eher das Awesta und bei Moslemen der Koran, gedeckt.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Die Jahreswende wird, besonders von Kindern, mit Spannung und Aufregung erwartet. Einige Augenblicke nach der Ankündigung des Neuen Jahres, des Nowruz, beginnen alle Mitglieder der Familie, die sich, gebadet und in frischen Kleidern, um den Tisch versammelt hatten, einander zu umarmen und ihre Glückwünsche auszutauschen. Die Älteren beschenken die Jüngeren. Alle Erwachsenen in der Familie versuchen auf jeden Fall den Kindern etwas zu schenken. Diese bekommen Geld oder heutzutage auch Spielzeuge. Wenn einer sich nichts Großes leisten kann, schenkt er den Kindern gefärbte Eier und jedem anderen Jüngeren Geldscheine mit der kleinsten Währung, die aber extra für Nowruz frisch gedruckt werden.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Der gegenseitige Besuch der Verwandten und Freunde, während der folgenden zwölf Tage, ist auch einer der schönsten Nowruz– Bräuche. Wobei die Ältesten der Verwandten als erste besucht werden. Der Nowruz–Besuch ruft alle zur Versöhnung. Und daher versuchen alle, einander wieder zu treffen und schlechte Erinnerungen der Vergangenheit auszulöschen, einander näher zu kommen und einander zu verzeihen.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Vor 1000 Jahren bekamen <a title="Nauroz" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nauroz">Nowruz</a>-Gäste Wein als Erfrischungsgetränk. Die Sieben Sachen für die Nowruztafel vor der Islamisierung Afghanistans sollen mit dem Buchstaben [Sch] angefangen haben:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<blockquote>
<li>Schahd (Honig)</li>
<li>Schir (Milch)</li>
<li>Schaye (Frucht)</li>
<li>Scharab (Wein, Shaft)</li>
<li>Scham&#8217; (Kerze)</li>
<li>Schirini (Zucker bzw. Süßigkeiten)</li>
<li>Schaghayegh (Anemone)</li>
</blockquote>
</ul>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>Festmahle<sup>4</sup>:</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Frischer Weißfisch oder geräucherter Fisch mit Dillreis (Sabsi-Polo ba Ma´hi) wird serviert. Alle Familienmitglieder versammeln sich im Eltern- oder Großelternhaus zum Festabendessen. An dem Abend werden auch an die neuen Familienmitglieder (Braut oder Bräutigam) Nowruz- Geschenke (Armaghan), verteilt. Entweder eine Goldmünze oder etwas nach ihrem Wunsch oder Bedarf.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>Audienz im Königspalast (Persepolis)</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Die Achämeniden- Könige (559-330 vor Christus) feierten Nowruz vor allem in Persepolis, ihrer Hauptstadt, und viele Gelehrte sind der Ansicht, dass die Parade der Geschenk-Botschafter der verschiedenen Völkerschaften, wie sie auf den Reliefs der Apadana- Palastwände abgebildet sind, eine Nowruz- Zeremonie darstellt.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Der sechste Tag des Festes war der Große Nowruz. An diesem Tag kamen die Bevölkerungsgruppen in den Palast, um den König beglückwünschen zu können, und jeder konnte sein Festgeschenk persönlich erhalten.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Unter den Sasaniden (226-652 n. Chr.) wurde der Nowruz, sowie der Mehrgan zelebriert. Zeitgenössische Zeugnisse und auch Berichte aus der Frühislamischen Zeit bestätigen, dass die Sasanidenkönige sich der Nowruz-Feier und seinen farbenprächtigen Bräuchen und Zeremonien ausgiebig hingegeben haben. Einige von diesen Quellen neigen dazu, die Zahl sieben hervorzuheben: zum Beispiel wurden sieben Arten von Samen in kleinen Behältern als Teil der Riten und als Schmuck verwendet. Ein Brauch, der in den wenigen heute noch bestehenden Dörfern der Zarathustra-Anhänger im Iran noch beobachtet werden kann.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>Der 13. Tag (Sizdah be dar)</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Zwölf Tage lang dauert das Fest. Mit dem dreizehnten Tag (Sizdah-be-dar) endet das Fest. Familien und Freunde treffen sich am „Sizdah be dar“, manchmal in großen Gruppen, und verlassen die Stadt gemeinsam und gehen zum Picknicken aufs Land. Man nimmt die Sabze (Weizenkeimlinge) mit, die vor Nowruz gesetzt wurde und schon zu einem grünen „Teppich“ herangewachsen ist, und wirft sie in der freien Natur weg, möglichst in einen Fluss. So glauben sie nicht nur, den Frühling willkommen zu heißen, sondern damit auch das Böse, das der dreizehnte Tag mit sich bringen könnte, dort zu belassen, wo es kein Unheil anrichten kann und damit alles Übel vertreiben zu können.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Auf den Wiesen und in den Wäldern sieht und hört man den ganzen Tag lang, die Menschen fröhlich tanzen und musizieren. Junge Mädchen, die fast im heiratsfähigen Alter sind, singen, während sie Knoten in die Grashalme flechten, einem alten Brauch entsprechend, immer denselben Vers:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>„Der dreizehnte draußen zu unserem Glück,</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>Und in einem Jahr</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>Für mich einen Mann</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>Und in meinen Armen ein Kind!“</strong></p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"> </p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Ich musste mich leider beschränken. Aus der Fülle des Stoffes, habe ich nur das herausgeholt, was mir bedeutend erschien. Hätte ich versuchen wollen, alle Erzählungen und Bräuche zu bringen, die wir aus der Kulturgeschichte der iranischen Völker kennen, so wäre ein Umfang von gut hundert Seiten erforderlich gewesen.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Meine Darstellung mag subjektiv erscheinen, vor allem dort, wo die Sachverhalte selbst noch umstritten sind. Dies gilt leider für fast alles, was sich auf die Kulturgeschichte des Alt-Irans bezieht. Gleichwohl hoffe ich, wenigstens eine, in sich folgerichtige, Gesamtheit von Nowruz entworfen zu haben.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>1) NOWRUZ</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Der Iran wurde als Vertreter der 10 Staaten, die „NOWRUZ“ als Neujahrsfest feiern, seitens der UNESCO, gewählt, um Nowruz als „Masterpieces of the Oral and Intangible Heritage of Humanity“ der UNESCO zur Registrierung bereit zu stellen. Auf diesem Wege wurde auch eine einheitliche Schriftart für „NOWRUZ“ empfohlen, die ab jetzt angewendet werden soll.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>2) Die iranischen Kalender</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Im Iran sind drei unterschiedliche Kalender in Gebrauch:</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Im Alltag wird überwiegend der iranische Sonnenkalender verwendet. Die eslamischen Feste richten sich nach dem Mondzyklus (Mondkalender). Im Geschäftsverkehr mit dem westlichen Ausland gilt der gregorianische (christliche) Kalender. Das iranische Sonnenjahr erstreckt sich vom 21. März bis zum 20. März des darauffolgenden Jahres der christlichen Zeitrechnung. Da die eslamisch- iranische Zeitrechnung mit der Übersiedlung Mohammads nach Medina (622 n. Chr.) beginnt, zeigt der iranische Sonnenkalender eine Differenz von 621 oder 622 Jahren zum christlichen Kalender.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Der eslamische Kalender orientiert sich am eslamischen Mondjahr, das um 11 Tage kürzer ist als das Sonnenjahr. Es währt also nur 354 Tage, wobei elfmal in 30 Jahren ein zusätzlicher Tag eingefügt wird. Die zwölf eslamischen Monate wandern somit durch den Jahreskreis. Da jeder eslamische Monat mit dem ersten Sichtbarwerden des Neumonds am Abendhimmel beginnt, kann es zu regionalen Terminverschiebungen kommen.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>3)</strong> <strong>Spuren von uralten Bräuchen in Europa,</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>Feuerrituale</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Knisternde Lagerfeuer-Romantik ist Donnerstag Nacht, im Juni, angesagt: Da laden die zwei Dörfer, das eine in Breitensee und das zweite in Siebenhirten, im Maisfeld zum Johannis-Fest ein – einem uralten Brauch, der wieder zum Leben erweckt wurde. Verliebte, die wissen möchten, ob das „Strohfeuer“ zwischen ihnen bald erlischt oder ob es die Beziehung fürs Leben ist, können den Sprung über die lodernden Flammen wagen. Die Hände müssen dabei gekreuzt sein. Halten sie sich auch noch nach der Feuerprobe fest, stehen die Sterne gut.</p>
<h6 style="text-align: justify;" dir="ltr">Auszug von: Neue Kronen Zeitung, Wien</h6>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>Jahresfeuer</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Feuer ist ein elementarer Bestandteil vieler Riten und Bräuche. Jahreszeitlich gebundene Feuer bilden nur einen Teil des aufs Ganze gesehen umfangreichen Feuerbrauchtums. Der überwiegende Teil der Jahresfeuer fällt in die erste Jahreshälfte von Weihnachten bis zur Sommermitte, wobei sich in jeder Landschaft bestimmte Termine besonders herauskristallisieren. Für Österreich können wir, aufgrund der Erhebungen zum &#8220;Österreichischen Volkskundeatlas&#8221;, ziemlich deutliche regionale Schwerpunkte erkennen.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Osterfeuer finden wir zum Beispiel im gesamten südösterreichischen Raum (v.a. in den südlichen Gebieten Kärntens, der Steiermark und Burgenlands). Feuer zu Peter und Paul begegnen wir dagegen verstärkt in den nördlichen Teilen Salzburgs und Oberösterreichs, während die Feuer am ersten Fasten – Sonntag, -&#8221;Funkensonntag&#8221;, &#8220;Hollerpfannsonntag&#8221;, &#8220;Kassuntig&#8221;- in Vorarlberg, im Außerfern und Teilen Südtirols, v.a. im Vinschgau, ihren Schwerpunkt haben. Sonnwend- und Johannisfeuer sind eigentlich in ganz Österreich anzutreffen. Eine Besonderheit Tirols sind die Herz-Jesu-Feuer.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>Sonnwendfeuer</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Die Feuer zur Sommersonnenwende weisen wohl vorchristliche Wurzeln auf, waren aber vor allem im Mittelalter sehr verbreitet, und haben sich, über die Verbote der Aufklärung hinweg, vielerorts bis in unsere Zeit erhalten. Im Zuge der Christianisierung, ersetzte die Kirche das Fest der Sommersonnenwende durch jenes der Geburt Johannes des Täufers am 24.6. (= Johannisfeuer), aus den Sonnwendfeuern wurden die Johannesfeuer. Ob jedoch unter dem Namen Sonnwendfeuer oder Johannisfeuer, die Feuer zur Sommersonnenwende zählen zu den verbreitetsten in ganz Österreich.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Unter dem Namen &#8220;Sonnwendfeuer&#8221; werden in Tirol vor allem noch im Raum Innsbruck und im Zillertal Bergfeuer entzündet. Brauchtermine sind die Nächte um die Sommersonnenwende, das ist der 22. Juni. Besonders in den letzten Jahrzehnten sind sie, zugunsten der Herz-Jesu-Feuer, in den Hintergrund getreten, nicht zuletzt deshalb, weil die Feiern zur Sommersonnenwende in der Zeit des Nationalsozialismus für ideologische Zwecke missbraucht wurden.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>Johannisfeuer</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">In der Nacht des 24. Juni werden in Tirol, Nieder- und Oberösterreich, Bayern, Baden-Württemberg und Mitteldeutschland (Harz) die Johannisfeuer entzündet. Der 24. Juni ist der Geburtstag Johannes des Täufers. Er geht dem Geburtsfest Christi um sechs Monate voraus, und galt ursprünglich als Fest erster Klasse. Die Kirche versuchte bereits im Mittelalter die älteren Sonnwendfeuer durch die Johannesfeuer zu ersetzen. Das Entzünden von Johannisfeuern ist seit dem 12. Jahrhundert bekannt und seit dem 14. Jahrhundert häufig belegt.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Im Mittelalter führte man vor allem Tänze rund um die &#8220;Johannisfeuer&#8221; auf. Da das Fest des heiligen Johannes in die Zeit der Sommersonnenwende fällt, war es im Volksglauben mit vielen Bräuchen &#8211; besonders Reinigungs-, und Fruchtbarkeitsriten &#8211; verbunden.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Der Sprung über das Johannisfeuer sollte sowohl baldige Heirat als auch Schutz vor Hexen und Geistern versprechen. Angebrannte Holzstücke steckte man in Felder und Äcker, um diese vor Ungeziefer zu schützen. Auch die Johannisfeuer wurden zunehmend durch Herz-Jesu-Feuer ersetzt. In der Wildschönau, im Zillertal, im Rofangebiet und im Gebiet um Lermoos sind sie jedoch noch zu finden.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>Herz Jesu- Feuer </strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert werden auf den Bergen Tirols Herz-Jesu-Feuer, als Zeichen der Erneuerung des Herz-Jesu-Gelöbnisses von 1796, entzündet. Als französische Truppen unter Napoleon I. das Land Tirol bedrohten, traten die Tiroler Landstände 1796 in Bozen zusammen, um die Situation zu beraten. Der Stamser Abt Sebastian Stöckl regte dort an, das Land dem &#8220;Heiligsten Herzen Jesu&#8221; anzuvertrauen und so göttlichen Beistand zu erhalten. Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen, die Landstände gelobten im Namen des Volkes, das Herz-Jesu-Fest jährlich feierlich zu begehen. Als Herz-Jesu-Tag wurde der 2. Freitag nach dem Fronleichnamsfest gewählt.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Am Samstag nach diesem Freitag werden nun in ganz Tirol Herz-Jesu-Feuer entzündet. Sie gelten als &#8220;lodernder Beweis&#8221; der Unauflösbarkeit des Gelöbnisses der Tiroler Landstände aus dem Jahre 1796. Die Feuer ordnet man häufig in Form von Herzen, Kreuzen oder den Zeichen Christi &#8220;INRI&#8221; oder &#8220;IHS&#8221; an, aber auch in Schriftzügen, die meist auf die Tiroler Einheit hinweisen.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>4) Festmahl</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Wie unser Lieblingsfisch Geschichte machte. Er startete seine Karriere als Opfergabe. Und auch die Mönche im Mittelalter wussten, was sie am Karpfen hatten. Amerikaner und Australier verfolgen ihn. Doch in unserer Küche ist seine Popularität ungebrochen.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Glücklich ist, wer vom Weihnachts- oder Silvesterkarpfen eine Schuppe im Portemonnaie aufbewahrt. Ihm wird nie das Geld ausgehen – sagt der Volksmund. Der Karpfen, wenn man über ihn spricht, schneidet immer gut ab. Schon dass er zum Festtagsschmaus auserwählt ist, wird ihm positiv ausgelegt. Die Göttin Freia erhob ihn, wegen seiner Fruchtbarkeit, in den Rang eines heiligen Tieres. In verweltlichter Form, geschieht das heute noch am Heiligen Abend oder zu Silvester.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Ja, der Karpfen ist uralt. Aber die Eiszeit hat er vermutlich doch nicht miterlebt, wie eine von vielen Theorien lautet. Die Kälte hätte er kaum überstanden, da er für Temperaturen so um 23 Grad zu haben ist. Wahrscheinlicher klingt, dass er ursprünglich im Kaspischen Meer zu Hause war, von wo er sich nach Osten und Westen ausbreitete.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Auf seinem Weg nach Westen, gelangte er in das Schwarze Meer, schwamm die Donau hinauf bis in das Herz Europas. Und weil er ihnen als Fastenspeise gelegen kam, kümmerten sich die Mönche im Mittelalter um sein Gedeihen. Den Ur-Karpfen gibt es. Schlank, langgestreckt und gänzlich mit Schuppen versehen, lebt er, unweit von Wien, in den Donauauen. Sein Fleisch ist zartrosa – er ernährt sich von Muscheln.</p>
<h6 style="text-align: justify;" dir="ltr">Auszug von: Neue Kronen Zeitung, Wien</h6>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"> </p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><strong>Literatur</strong>:</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Wolfram, R. Die Jahresfeuer. In: Österr. Volkskundeatlas. Kommentar und Karten 3. Lfg. (1968), Bl. 52 u. 4. Lfg. (1971), Bl. 68 u. 69. &#8211; Haider, Friedrich: Tiroler Brauch im Lebenslauf. Innsbruck 1990. &#8211; Teutsch, Brigitte: Tiroler Brauchtum. Rund ums Jahr. Starnberg 1995. &#8211; Petzoldt, Leander: Volkstümliche Feste. Ein Führer zu Volksfesten, Märkten und Messen in Deutschland. München 1983. &#8211; - Küster, Jürgen: Wörterbuch der Feste und Bräuche im Jahreslauf. Freiburg 1985, 89-90. – Schmidt, L.: Zur Geschichte der Sommer-Sonnwendfeuer in Tirol. Bericht über den fünften Historikertag in Innsbruck (Veröff. D. Verbandes Ö. Geschichtsvereine 13, 1960), 109 f.</p>
<pre style="text-align: justify;" dir="ltr">Weblinks</pre>
<ul style="text-align: justify;">
<li dir="ltr">
<pre><a href="http://www.asiafood.org/persiancooking/newyear.cfm">Link mit Bräuchen und Gerichten zum Nouruz-Fest</a></pre>
</li>
<li dir="ltr">
<pre><a href="http://members.chello.at/plejaden/irannorus.html">Zeitpunkt und Bräuche des Norus-Festes</a></pre>
</li>
<li dir="ltr">
<pre><a href="http://www.mazar-i-sharif.de/Blumen.htm">Nauroz – Tulpenfest in Mazar i Sharif</a></pre>
</li>
<li dir="ltr">
<pre><a href="http://www.vii.at/TAWAN/NOWRUZ_Internet_de.htm">Das iranische Neujahrsfest Nowruz (Javad Parsay)</a></pre>
</li>
<li dir="ltr">
<pre><a href="http://www.nowruz.ir/">Norouz Research Foundation</a></pre>
</li>
<li dir="ltr">
<pre><a href="http://www.afghan-aid.de/Nauroz.htm">afghan-aid Newroz, Nouroz, Nauroz</a></pre>
</li>
<li dir="ltr">
<pre><a href="http://www.navend.de/html/kurdistan_heute/artikel/04_Newroz.htm,">Newroz und seine Bedeutung für Kurden</a></pre>
</li>
</ul>
<pre style="text-align: justify;" dir="ltr">Von „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nowruz">http://de.wikipedia.org/wiki/Nowruz</a>“</pre>
<pre style="text-align: justify;" dir="ltr"><a title="Spezial:Kategorien" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:Kategorien">Kategorien</a>: <a title="Kategorie:Feste und Brauchtum (Bahai)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Feste_und_Brauchtum_(Bahai)">Feste und Brauchtum (Bahai)</a> | <a title="Kategorie:Zoroastrismus" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Zoroastrismus">Zoroastrismus</a> | <a title="Kategorie:Alt-Iranisches Fest" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Alt-Iranisches_Fest">Alt-Iranisches Fest</a> | <a title="Kategorie:Kultur (Afghanistan)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Kultur_(Afghanistan)">Kultur (Afghanistan)</a> | <a title="Kategorie:Kultur (Aserbaidschan)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Kultur_(Aserbaidschan)">Kultur (Aserbaidschan)</a> | <a title="Kategorie:Kultur (Iran)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Kultur_(Iran)">Kultur (Iran)</a> | <a title="Kategorie:Kultur (Kasachstan)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Kultur_(Kasachstan)">Kultur (Kasachstan)</a> | <a title="Kategorie:Kultur (Kirgisistan)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Kultur_(Kirgisistan)">Kultur (Kirgisistan)</a> | <a title="Kategorie:Kurdische Kultur" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Kurdische_Kultur">Kurdische Kultur</a> | <a title="Kategorie:Kultur (Pakistan)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Kultur_(Pakistan)">Kultur (Pakistan)</a> | <a title="Kategorie:Kultur (Tadschikistan)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Kultur_(Tadschikistan)">Kultur (Tadschikistan)</a> | <a title="Kategorie:Kultur (Türkei)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Kultur_(T%C3%BCrkei)">Kultur (Türkei)</a> | <a title="Kategorie:Kultur (Turkmenistan)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Kultur_(Turkmenistan)">Kultur (Turkmenistan)</a> | <a title="Kategorie:Kultur (Usbekistan)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Kultur_(Usbekistan)">Kultur (Usbekistan)</a> </pre>
<p dir="ltr">© 2011 by,  Javad Parsay, Wien</p>
<p dir="ltr">Email:   <a href="mailto:javadparsay@yahoo.de">javadparsay@yahoo.de</a></p>
<p dir="ltr">                <a href="http://www.javadparsay.at/">www.javadparsay.at</a></p>
<p dir="ltr"> </p>
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		<title>Anfänge der Kunst im Iran</title>
		<link>http://de.javadparsay.at/kunst/101</link>
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		<pubDate>Fri, 31 Dec 2010 22:05:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Javad Parsay</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Neolithikum, Jungsteinzeit, 6500-5500 v. Chr. Der Beginn der Dauersiedlungen und der Nahrungsmittelerzeugung setzt mit dem jüngeren Neolithikum (6500-5500 v. Chr.) ein. In die Epoche fallen auch die früheste bemalte Keramik und die Herstellung kleiner Tonfiguren*. Bildende Künste Die frühesten Werke, in denen sich der Wille kundtut, Formen herzustellen, die womöglich in gefälliger Weise eine Idee [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<p style="text-align: left;">Neolithikum, Jungsteinzeit, 6500-5500 v. Chr.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Der Beginn der Dauersiedlungen und der Nahrungsmittelerzeugung setzt mit dem jüngeren Neolithikum (6500-5500 v. Chr.) ein. In die Epoche fallen auch die früheste bemalte Keramik und die Herstellung kleiner Tonfiguren*.<span id="more-101"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Bildende Künste Die frühesten Werke, in denen sich der Wille kundtut, Formen herzustellen, die womöglich in gefälliger Weise eine Idee ausdrücken, sind Tonfiguren, die in der Ausgrabung eines neolithischen Dorfes am Tappe Sarâb bei Kermânschâh gefunden wurden, eine davon, die hier wiedergegeben wird, ist eine weibliche Figur, die „Venus von Tappe Sarâb1“ genannt wurde.</p>
<div id="attachment_103" class="wp-caption aligncenter" style="width: 294px"><a href="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/Venus-von-Tappe-Sarab.jpg"><img class="size-full wp-image-103" title="Venus von Tappe Sarab" src="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/Venus-von-Tappe-Sarab.jpg" alt="" width="284" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Fig. 1, Venus von Tappe-Sarâb</p></div>
<p> </p>
<p style="text-align: justify;">Die Venus ist sitzend dargestellt mit ausgestreckten Beinen, auf denen ein schiefer Einschnitt vielleicht die Trennung zwischen Bein und Schenkel andeuten soll. Der obere Teil des armlosen Körpers ist Kegelförmig gebildet, und aus ihm steigen Hals und Kopf als ein weiterer dünnerer Kegel auf, der oben in einem kurzen, waagrechten Grat endet. Die großen birnförmigen Brüste stehen unter dem Ansatz des Halses vom Oberkörper ab. Brüste und Hüften sind so üppig gebildet, dass die „Venus“ wohl die Idee der Fruchtbarkeit verkörpern soll. Mehrere Fragmente solcher Figuren und Auch viel einfachere Frauenfigürchen wurden in Tappe Sarâb gefunden. Weibliche Figuren dieser Art, mit mehr oder weniger schematisierten Formen2, lassen sich in den frühen Dorfkulturen des Nahen Orients (ca. 6000-4000 v. Chr.) von Tape Sarâb im Iran bis Haçilâr in der Türkei nachweisen.</p>
<div id="attachment_114" class="wp-caption aligncenter" style="width: 149px"><a href="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/Weiblicher-Keramikfigur1.jpg"><img class="size-full wp-image-114" title="Weiblicher Keramikfigur" src="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/Weiblicher-Keramikfigur1.jpg" alt="" width="139" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Fig. 2, Weibliche Keramikfigur aus dem 15. Jh. V. Chr., Turang-Tappe, Iran Bastan Museum, Teheran</p></div>
<p style="text-align: justify;">Sie müssen eine bestimmte Bedeutung gehabt haben, wahrscheinlich bestand der Glaube, dass Fruchtbarkeit und Wohlstand durch wirksame Darstellungen in Plastik und Malerei gefördert werden könnten. So wird die Kunst ein Werkzeug für die magische Beenflussung der Natur. Ob sie die Menschen oder sogar vielleicht auch die Gottheit, wie sie die späteren, altiranischen Kulturen kennen, beeinflusst, darf noch nicht angenommen werden.</p>
<blockquote><p> <strong>Die Kunst Lorestâns (Luristan-Bronze)</strong></p></blockquote>
<div id="attachment_106" class="wp-caption aligncenter" style="width: 199px"><a href="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/Idol-Darstellung1.jpg"><img class="size-full wp-image-106" title="Idol Darstellung" src="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/Idol-Darstellung1.jpg" alt="" width="189" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Fig. 3, Idol-Darstellung aus Lorestân</p></div>
<p> </p>
<p style="text-align: justify;">Die Bildnerei in Bronze gelangt zu einer Blüte wie nie zuvor oder danach in Vorderasien. Der Reichtum der künstlerischen Phantasie und letztendlich das Auftauchen der ersten mythischen Darstellungen3, welche auf die ursprüngliche Religion der Iraner hindeuten, erlauben uns die zeitliche Bestimmung. Die Lorestân-Kultur ist jünger als die von Sialk, und darf ins 8. und 7. Jahrhundert v. Chr. versetzt werden. Die Lorestân-Kunst ist einzigartig durch die Ausstrahlung ihrer Motive in diesem Teil des asiatischen Kontinents. Als der assyrische König Assurbanipal, im Jahre 647 v. Chr., Susa einnahm, waren die Ilamiter bereits von den indo-iranischen Medern verdrängt worden, die danach die Assyrer als führende Macht in der Region ablösten. Bald jedoch mussten sie ihre Vormachtstellung an die Perser, (Achämeniden Dynastie), ebenfalls Indo-Europäer, abtreten. Die archäologischen Ausgrabungen im Iran haben die Kunst des Alt-Iran ans Tageslicht gebracht. Einer der schönsten Werke ilamischer Skulpturen ist Statue die Napirasu4, die Gemahlin des Untashgal. Da der Kopf der Statue fehlt, ziehen die, im Gebet übereinander gelegten, Hände der Königin die Aufmerksamkeit des Betrachters noch mehr auf sich, als es vielleicht in unzerstörtem Zustand der Fall wäre. Sicher haben aber auch ursprünglich die überschlanken Finger, von denen nur einer mit einem Ring geschmückt ist, dank ihrer stillen Pose, der Statue Ruhe und Eleganz verliehen.</p>
<p style="text-align: justify;">Keramik Eine allgemeine Geschichte der Kunst des Alt-Iran kann sich nur mit den Spitzenleistungen der Keramik befassen. Man konnte das weiche Material nicht nur in die verschiedensten Formen bringen, sondern auch die Farbe durch wechselnde Brennmethoden verändern und die Oberfläche durch gemalte oder eingeritzte Muster verzieren. Es ist daher kaum erstaunlich, dass während mehr als 2000 Jahren, von ungefähr 5599 v. Chr. bis um 3000 v. Chr., das Formen und Bemalen der Keramik eine der hauptsächlichsten künstlerischen Betätigungen der Dorfbewohner des Iran war. Sogar nach 3000, einer Zeit, in der die erste wirkliche Stadtkultur in Schusch</p>
<p> </p>
<div id="attachment_107" class="wp-caption aligncenter" style="width: 194px"><a href="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/Napirasu.jpg"><img class="size-full wp-image-107" title="Napirasu" src="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/Napirasu.jpg" alt="" width="184" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Fig. 4, Napirasu, die Gemahlin des Untashgal, Susa, Iran</p></div>
<p> </p>
<p style="text-align: justify;">(Susa), im Südwest-Iran, entstand, wurde die Herstellung von bemalter Keramik in manchen Dörfern des Iran noch jahrhundertlang fortgesetzt.</p>
<blockquote><p><strong>Vorachämenidische Periode 4000-550 v. Chr.</strong></p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">In der Zeit zwischen 4000 und 3500/3400 v. Chr., war Susa bereits eine dörfliche Siedlung aus Lehmziegelhäusern und einem Friedhof. Die bemerkenswertesten Erzeugnisse dieser Epoche sind die äußerst dünnwandigen Keramikgefäße mit meisterhafter Bemalung.</p>
<p style="text-align: justify;">Es handelt sich vielfach um Becher und Schalen, die einfärbig mit Dreiecken, Rauten, dem Balkenkreuz oder Kreisen mit Gittermustern und pflanzlichen Motiven bemalt sind, daneben gibt es auch stark stilisierte Steinböcke, oft mit mächtigem, fast kreisförmigen Gehörn, schlanke Hunde, Vögel mit langen Hälsen und Schlangen. Als Beispiel der Keramik von Susa A wird meist ein großer Becher6 gezeigt, der die Grundzüge der bemalten Keramik des alten Orients am besten verdeutlicht. Die Hauptfigur ist ein Steinbock, dessen Körper aus zwei zusammenhängenden Dreiecken mit gebogenen Seitenlinien geformt ist.</p>
<div class="mceTemp mceIEcenter">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/Silberwase.jpg"></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd" style="text-align: left;">
<div id="attachment_109" class="wp-caption aligncenter" style="width: 183px"><a href="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/Frühelamische-Silberwase.jpg"><img class="size-full wp-image-109" title="Frühelamische Silberwase" src="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/Frühelamische-Silberwase.jpg" alt="Frühelamische Silberwase" width="173" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Fig. 5, Frühelamitische Silbervase, stammt aus der Mitte des 3. vorchristlichen Jahrtausends, Iran Bastan Museum, Teheran</p></div>
</dd>
</div>
<p style="text-align: justify;">Die Biegung des Rückens setzt sich im herrlichen Schwung der Hörner fort, diese umrahmen einen unerklärbaren runden Gegenstand, der eine mittlere Reihe von Linien aufweist und auf beiden Seiten kreuzschraffierte Segmente zeigt. Vielleicht soll das Element nur leeren Raum füllen, vielleicht aber muss es als eine verkürzte symbolische Darstellung einer Pflanze auf einer Weide gedeutet werden. Steinböcke – auf jeder Seite einer – werden von einem Rahmen umgeben, der sich nach unten verengt und auf diese Weise die Form des Gefäßes betont. Über dem Rahmen ist eine Reihe von Gazellen-Hunden angebracht, deren ausgestreckte Körper wieder die waagrechten Streifen oben und unten begleiten. Der obere Rand ist von Vögeln mit langen, dünnen Hälsen besetzt, die ein sehr zartes und leichtes Ornament bilden, während unten ein dickes Band schwarzer Farbe der Standfläche visuelle Festigkeit verleiht. Um 4000 v. Chr. hatten die Bewohner der Ebenen im Südwesten des heutigen Iran erste Siedlungen errichtet. Die erste von ihnen war Susa (Schusch, persisch, Südwest-Iran), die Hauptstadt Elams (Ilam), welcher andere elamische Städte, wie beispielweise Anschan (in der Nähe der heutigen Stadt Schiraz), folgen sollten. In Transkaukasien teilen sich die Kimmerer, ein neuer Volksstamm aus den alten Stammessitzen der Iraner, und wandern im 8. Jahrhundert v. Chr. in zwei Richtungen, eine Gruppe fällt in Kleinasien ein, und die andere wandert entlang des Zagros-Gebirges, und dringt im Iran ein. Nach assyrischen Quellen lassen sich die Kimmerer in Luristan (Lorestan, pers.) nieder. Es entsteht eine medisch-kimmerische Völkergemeinschaft. Die in Hamadan entdeckten Funde aus Bronze gestatten uns, überaus nahe Verwandtschaft der Kunst der Meder mit der Lorestans festzustellen, die demnach medisch-kimmerischen Ursprungs sein muss. Seit mehr als hundert Jahren wird in der Fachliteratur die Frage diskutiert, wann und auf welchen Wegen die iranischen Völker, vor allem die Meder und Perser, auf das iranische Plateau gekommen sind. Die Namen dieser Völker tauchen erstmals in assyrischen Texten des 9. Jahrhunderts v. Chr. auf. Die früheste Erwähnung findet man in einer Inschrift aus der Zeit des assyrischen Königs Salmansar III. um 843 v. Chr., jedoch haben die Wissenschaftler die iranischen Namen einiger Herrscher und Orte bereits in noch früher entstandenen Keilschrifttexten gefunden.</p>
<p style="text-align: justify;">Entsprechend einer der meistdiskutierten Theorien erfolgte die Ansiedlung der iranischen Stämme auf dem Gebiet des heutigen Iran im 11. Jahrhundert v. Chr., wobei die Wanderungswege, zumindest des größten Teils dieser Stämme, über den Kaukasus führten. Mit der Achämeniden-Dynastie zeigt die iranische Kunst und Kultur ein anderes interessantes Forschungsfeld, das man aus verschiedener Ansicht in Betracht nehmen muss.</p>
<div id="attachment_110" class="wp-caption aligncenter" style="width: 171px"><a href="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/Hoher-Becher-Susa-01.jpg"><img class="size-full wp-image-110" title="Hoher Becher-Susa" src="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/Hoher-Becher-Susa-01.jpg" alt="" width="161" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Fig. 6, Hoher Becher aus Susa, mit Steinböcken, Muse de Louvre,Paris</p></div>
<p><strong>Literatur:</strong></p>
<p>*) Kunstschätze aus Iran, R. Ghirshman</p>
<p>*) Der Alte Orient, B. Horouda</p>
<p>*) Die Kunst Persiens, V. Loukonin, A. Ivanov</p>
<p>*) Alt-Iran, Edith Porada</p>
<p>*) Erika Bleibtreu, 7000 Jahre persische Kunst, S. 41<span id="_marker"> </span></p>
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		<title>Schahname, Ferdowsis Meisterwerk</title>
		<link>http://de.javadparsay.at/literatur/96</link>
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		<pubDate>Fri, 31 Dec 2010 21:13:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Javad Parsay</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Ferdowsi wurde als Sohn eines Landmannes zwischen 932 und 936 n.Chr. in Bazh, einem Dorf im Bezirk Tus im Nordosten Irans, geboren und ist dort im Jahr 1020 gestorben. Sein Name “Ferdowsi” (der Paradiesische) ist eigentlich sein Künstlername. Er gilt als einer der größten persischen Dichter.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;" dir="ltr">So hat der iranische Dichter Mansour Abolghasem Ferdowsi schon zu Lebzeiten sein Werk bewertet, und bis zum heutigen Tag weiß das iranische Volk dieses herkulische Meisterwerk zu schätzen.</p>
<div id="attachment_97" class="wp-caption aligncenter" style="width: 227px"><a href="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/Shahnameh-Miniatur-001.jpg"><img class="size-full wp-image-97" title="Shahnameh-Miniatur-001" src="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/Shahnameh-Miniatur-001.jpg" alt="" width="217" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Krieger, Shahname Miniatur</p></div>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"> </p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr"><span id="more-96"></span>Ferdowsi wurde als Sohn eines Landmannes zwischen 932 und 936 n.Chr. in Bazh, einem Dorf im Bezirk Tus im Nordosten Irans, geboren und ist dort im Jahr 1020 gestorben. Sein Name “Ferdowsi” (der Paradiesische) ist eigentlich sein Künstlername. Er gilt als einer der größten persischen Dichter. Er war der Hauptautor des monumentalen iranischen Epos Schahname, das zu einem kleinen Teil von Daghighi (ca. 1000 Verse) begonnen wurde und 400 n.d.H. (ca. 1009 n.Chr.) von Ferdowsi beendet wurde. Es schildert die Geschichte des Irans bis zum Verfall des Sassanidenreiches. Zu den schönsten und spannendsten Teilen gehören die Heldentaten des ruhmreichen Kämpfers Rostam. Eine weitere Geschichte erzählt das tragische Schicksal des königlichen Prinzen Esfandyar, die als eine der ergreifendsten Darstellungen eines Konfliktes zwischen “Pflicht und Charakter” im zerbrechenden Heldenleben gilt.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Ferdowsi begann um das Jahr 975 den reichen Schatz an Volksüberlieferungen, Sagen und Geschichten im Iran neu zu gestalten. Mehr als 30 Jahre lang arbeitete er an seinem großen Werk, am 25. Februar 1010 war Schahname vollendet. Ferdowsi selbst hat seinem Schahname etwa 60.000 Verse zugeschrieben, eine runde, wohl etwas aufgerundete Zahl. Die neuere Forschung betrachtet sie als Obergrenze. Ferdowsis Werk musste aber fast drei Jahrhunderte darauf warten, bis es zum ersten Male kopiert und illustriert wurde. Es scheint, dass ein erster Versuch der Erstellung einer zuverlässigen Schahname-Textausgabe bereits im mittelalterlichen Iran unternommen wurde. Der Teymuridenherrscher Baisonghor ließ 1425 ein Schahname-Manuskript vollenden und für sich illustrieren. Nach jüngsten Forschungen italienischer Gelehrter wird eine Schahname-Handschrift aus dem Jahre 1217 nunmehr als älteste Ausgabe des Werkes anerkannt.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Die epische Malerei hatte gegen Mitte des 14. Jahrhunderts ihren Höhepunkt überschritten. Jeder König oder Sultan hatte versucht, ein eigenes Manuskript mit besten Miniaturen für sich zu schaffen. Die Miniaturisten der Hofateliers in verschiedenen Städten wie Tabriz (Täbris), Ghazwin (Kazwin), Esfahan (Isfahan), Schiraz, Herat u.a. haben uns mehr als hundertfünfzig wertvolle Manuskripte mit Miniaturen hinterlassen, die sich in den berühmten Museen der Welt, Bibliotheken und Privatsammlungen befinden. Nach meiner persönlichen Recherche im Jahre 1975 mit dem Namen: <em>“Schahname-Manuskripte in den Weltmuseen”</em> (Schahname dar Muse-ha) wurden mir aus 14 Staaten über mehr als 181 Manuskripte (Koskhe-ye Khati), Berichte, Dokumente und Dia-Fotos von Miniaturen geschickt. Zudem gibt es noch hunderte einzelne oder vereinzelte Handschrift-Blätter oder illustrierte Blätter in Museen und Privatsammlungen zu bewundern. In der höfischen Bibliothek (Ketabkhane) arbeitete selbst “seine Majestät Schah Tahmasp” gemeinsam mit den Künstlern und Kalligraphen am berühmten “Schahname von Schah Tahmasp”.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts nannte der deutsche Orientalist Theodor Nöldeke das Schahname in einer auch heute noch grundlegenden Untersuchung “das iranische Nationalepos”. Schahname ist gemeinsames Eigentum der iranischen Völker- und Sprachfamilien des Mittleren Ostens, Irans, Kordestans, Afghanestans und Tadschikestans bis auf den heutigen Tag. Nach dem Hafez-Diwan ist “Schahname” ein Bestandteil jeder Hausbibliothek der Iraner. In Winternächten versammelt sich die Familie um das Korsi [1], einer der Familienmitglieder liest und interpretiert erzählerisch aus ausgewählten Szenen von Schahname.</p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">So hat der persische Schriftsteller Bozorg Alavi in Teheran die traditionelle Nacherzählung von Geschichten aus dem Schahname-Epos in seiner Kindheit gehört und erinnert sich noch nach Jahrzehnten mit großer Lebhaftigkeit an diese Erlebnisse in seinem Buch „Das Land der Rosen und der Nachtigallen“: <em>Es war im Monat Ramazan, in dem, nach dem täglichen Fasten, nachts ein reges Leben einsetzte. Ich durfte in Begleitung eines Bruders meiner Amme einen kleinen Spaziergang durch die Straßen unternehmen, und oft, ohne dass meine Eltern davon wussten, besuchten wir eins der Kaffeehäuser Teherans, das in einem großen Garten stand. Gaslampen erleuchteten die Gegend taghell und stimmten mich besonders feierlich. Die Menschen saßen auf Teppichen oder auf Steinbänken. Sie tranken Tee und rauchten Wasserpfeifen. Alles war ruhig, nur das Klirren der Tassen und Untertassen, sowie die Stimme des Erzählers, der im Garten auf und ab ging, hin und wieder in die Hände klatschte und lebhaft gestikulierte, durchbrachen das Schweigen. Die Menschen gafften mit offenem Munde den Erzähler an und waren entzückt vom Klang seiner Stimme, vom Glanz seiner Augen, von den Bewegungen seiner Hände. Er erzählte von dem Helden Rostam, von seinen Abenteuern, dem Kampf gegen die Ungeheuer (Diven). Er erzählte, wie der gutmütige Held unwissentlich seinen eigenen Sohn Sohrab tötete. Dieser Meistererzähler war nicht nur Rezitator, der Auswendiggelerntes deklamierte, nein, er war ein Dichter. Er musste selber die passenden Worte improvisieren. Er war Dichter, Rezitator und Schauspieler zugleich.</em></p>
<p dir="ltr"><strong>Ferdowsi</strong></p>
<p style="text-align: justify;" dir="ltr">Dass Ferdowsi die Empfehlung zur Erstellung der Schahname-Dichtung vom Samaniden-Herrscher erhalten hatte, scheint glaubwürdiger zu sein als eine im Voraus versprochene Belohnung von Soltan Mahmud von Ghazne. Ferdowsi begann mit der Schahname-Dichtung viel früher, als Mahmud noch ein Kind war. Es ist aber keine seltsame Sache, dass die Lüge genauso Gläubige findet wie die Wahrheit. Andererseits kann man durchaus daran glauben, dass der Dichter, nachdem er sein Buch beendet hatte, Mahmud um Unterstützung bei dessen Verbreitung gebeten hat. Heinrich Heine hat das Geschehen einfühlsam nacherzählt:</p>
<p dir="ltr">Als vollendet war das Lied,</p>
<p dir="ltr">überschickte seinem Gönner</p>
<p dir="ltr">der Poet das Manuskript,</p>
<p dir="ltr">zweihunderttausend Verse.</p>
<p dir="ltr"><strong>Fussnote:</strong></p>
<ul>
<li dir="ltr">1. “Korsi” ist ein kurzbeiniger großer Tisch, der mit riesigen Wolldecken bedeckt wird. Unter dem Tisch wird eine Stelle wie ein Viereckbecken gegraben, so breit, dass der “Korsi” an den Rand des Beckens grenzt. Im mittleren Teil des Beckens wird noch ein rundes Loch geschaffen, um ein Tongefäß, das befestigt und mit Asche gefüllt wird, hinzustellen. In der Winterzeit bedeckt man die glühenden Kohlen darin mit der Asche. Die beliebtesten Schlafstellen in der damaligen kalten Winterzeit waren an den vier Seiten des Korsi. Am Abend, nach dem Abendessen, versammelten sich die Familienmitglieder, besonders die Kinder und Jugendlichen um den Korsi. Die Oberfläche des Korsi wurde mit einem sauberen Tischtuch bedeckt. Alle Sorten von getrockneten Naschsachen waren auf dem Tisch (Korsi). An den drei Seiten des Korsi waren Matratzen ausgebreitet und runde dicke Lehnpolster, für je 2 bis 3 Personen. Am Kopf des Tisches (des Korsi) saßen die Großeltern oder Eltern. Der Großvater, der Vater oder ein anderes erwachsenes Mitglied der Familie hatte die Rolle des Erziehers inne, er war auch derjenige, der aus dem Schahname Verse vorgelesen und teilweise auch interpretiert hat.</li>
</ul>
<p dir="rtl"> </p>
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		<title>Yalda, Julfest od. Weihnachten</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Dec 2010 11:25:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Javad Parsay</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Feste]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>
		<category><![CDATA[kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Mithra]]></category>

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		<description><![CDATA[Gibt es Weihnachten? Soll man Weinachten feiern, warum eigentlich nicht? Wir reden immer wieder über Weinachten in Europa und über Yalda im iranischen Kultur-Gebiet. Die Leute in Europa und im Iran betrachten diese Feste als heilig und sie feiern sie auch groß. Obwohl Dezember &#8220;zehnter Monat&#8221; bedeutet, wird er aber in Europa als letzter Kalendermonat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Gibt es Weihnachten?</h3>
<p>Soll man Weinachten feiern, warum eigentlich nicht?</p>
<p style="text-align: justify;">Wir reden immer wieder über Weinachten in Europa und über Yalda im iranischen Kultur-Gebiet.</p>
<div id="attachment_81" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/Dowr-e-Korsi-21.jpg"><img class="size-medium wp-image-81" src="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/Dowr-e-Korsi-21-300x184.jpg" alt="Die Familie decken einen Tisch, sitzen gemeinsam und feiern die längste Nacht des Jahres" width="300" height="184" /></a><p class="wp-caption-text">Dowr-e Korsi bei Yalda-Nacht</p></div>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/Dowr-e-Korsi-21.jpg"></a></p>
<p style="text-align: justify;">Die Leute in Europa und im Iran betrachten diese Feste als heilig und sie feiern sie auch groß. Obwohl Dezember &#8220;zehnter Monat&#8221; bedeutet, wird er aber in Europa als letzter Kalendermonat des Jahres angenommen und als letzter Monat des Jahres hat er viele positive Einflüsse im Leben der Bevölkerung, wie Weihnachtsgeld in vielen europäischen Ländern, Finanzabschlüsse und, von Seiten der Natur her, auch Kälte. Aber andererseits hat der Dezember, wegen vieler Feste und ritueller Feierlichkeiten, eine besondere Bedeutung. Die üblichen Rituale des Monats sind u.a. die 4 Advent-Sonntage, und in vielen europäischen Ländern wird auch der 25. Dez. als Christtag gefeiert. Nach der Überlieferung der katholischen Kirche ist der 25. Dez. Christus´ Geburt.<span id="more-77"></span></p>
<div id="attachment_83" class="wp-caption aligncenter" style="width: 230px"><a href="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/Anonymous_18th_century_Birth_of_Christ.jpg"><img class="size-full wp-image-83" src="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/Anonymous_18th_century_Birth_of_Christ.jpg" alt="" width="220" height="281" /></a><p class="wp-caption-text">Geburt des Christus, 18. Jh.</p></div>
<p style="text-align: justify;">Generell ist zu beachten, dass Sitten und Bräuche, die an die römischen Kalender-Feste gekoppelt waren, alsbald in volkstümliche christliche Feiern aufgenommen wurden und sich im Zuge der Christianisierung über ganz Europa bis in den Norden verbreiteten. Der Mittelpunkt am Weihnachtsabend ist das gemeinsame Festmahl.</p>
<p style="text-align: justify;">Die christliche Glaubensgemeinschaft sind sich immer noch nicht über manche Geschichte und Bräuche des Christentums einig, es gibt immer wieder Streit über Christkind und Weihnachtsmann. In einer Wienerzeitung „Heute“ stand, in einem Artikel mit vielen Fragen am Vorabend des Weihnachten: Christkind erst 475 Jahre alt ist. Barbara Jandl stellt die Fragen, wie folgt: Wieso bringt uns gerade das Christkind die Geschenke? Warum hat das Christkind blonde Locken? Was macht das Christkind eigentlich, wenn gerade nicht Weihnachten ist? Jeder kennt zwar den fleißigen Helfer des Jesuskindes, doch kaum jemand weiß wirklich Genaueres über diese Tradition. „Heute“ hörte sich die Experten um und fand heraus, was es mit dem Christkind tatsächlich auf sich hat.</p>
<p style="text-align: justify;">Blonde Locken, in unschuldigem Weiß gekleidet, mit einem engelsgleichen Lachen – so stellte sich wohl schon Martin Luther (1483 – 1546) das Christkind vor. Der evangelische Reformator war es nämlich, der die Figur vor 475 Jahren „erfand“. „Luther wollte damit die Verehrung des heiligen Nikolaus abstellen, der in der Vorweihnachtszeit die Kinder beschenkt hat“, erklärt Christoph Tschaikner vom Verein Pro Christkind “Heute“.</p>
<p style="text-align: justify;">„Im Gegensatz zum lärmenden Weihnachtsmann verbreitet das Christkind vor allem Ruhe und Besinnlichkeit“, betont der Wiener Dompfarrer Toni Faber. Wenngleich er festhält: „Das Christkind, so wie wir es kennen, ist ein mit Flügel behaftetes Engelskind und Bote des Jesuskindes“. In seiner „freien Zeit“, so glaubt Faber, lebt das Christkind bei Gott im Himmel und sammelt Kraft und Energie für das Beschenken der Menschen.</p>
<p style="text-align: justify;">Kraft und Energie brauchen aber auch die menschlichen Christkinder, denn heimische Soziologen haben herausgefunden, dass falsche Geschenke zu „Irritationen“ in Beziehungen“ führen können.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Yaldā</strong> oder <strong>Schab-e Chelle</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Yalda, als iranisches Fest, wird während der längsten Nacht des Jahres, das heißt am Vorabend der Winter-Sonnenwende (20. od. 21. Dez.) gefeiert. Nach altiranischen Überlieferungen, wurde in dieser Nacht Mithra (Sonnengott) geboren. Sogar nach dem Untergang des Sassanidenreiches und dem folgenden Aufstieg der Moslemkalifen, die gegen alle iranischen Bräuche und Traditionen waren, hat sich bei dieser Tradition und der Familien-Versammlungen während der längsten Nacht des Jahres nichts geändert, und das hat heute noch eine starke Präsenz.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Yalda-Nacht, die Nacht vor dem ersten Dey-Tag, also die längste Nacht des Jahres wird auch &#8220;Schab-e Chelle&#8221; genannt. In dieser Nacht finden sich Freunde und Verwandte in den Häusern der Ältesten ein und verbringen die Nacht fröhlich gemeinsam. Traditionell werden in dieser Nacht getrocknete Naschsachen, Zuckermelonen, Melonen und Granatäpfel gegessen. Die Ältesten erzählen Geschichten und es wird im Diwan des Hafis gelesen. Die Menschen freuen sich über die Wiedergeburt des Lichtes (die Sonne), denn nach &#8220;Schabe Yalda&#8221; werden die Tage wieder länger.</p>
<p style="text-align: justify;">In der altpersischen Tradition kam der Herrscher zu &#8220;Schabe Yalda&#8221; vom Thron herab und begab sich in die Wüste. Er schickte Diener und Wächter in den Urlaub und ging in ein Dorf, um dort die Nacht mit einfachen Bauern zu verbringen und ihnen zu zuhören. Ein weiterer Brauch ist das Entzünden eines großen Feuers, das Licht und Hoffnung repräsentiert.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Rahmen des Mithraskultes kam dieses Fest als Fest des Lichtes durch Legionäre auch in das römische Reich. Manche christlichen Historiker sind der Meinung, dass Weihnachten eine Weiterentwicklung dieses Festes sei. Bis zum 4. Jahrhundert wurde, im antiken Rom, diese Nacht als Geburtsnacht des Lichtes (Mithras) abgehalten. Mit Übernahme des Christentums als Staatsreligion wurde dieses Fest im alten Rom von der Kirche als Geburt Jesu Christi umgewidmet. Ähnliche Sonnwendfeiern sind auch von den Kelten und Germanen überliefert.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Julfest</h3>
<p style="text-align: justify;">Das Julfest ist ein nordeuropäisches Fest der <a title="Sonnenwende" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenwende">Wintersonnenwende</a>. In den skandinavischen Sprachen heißt <a title="Weihnachten" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachten">Weihnachten</a> heute <em>jul</em> oder <em>jol</em>, im Finnischen <em>joulu</em>, im Englischen besteht der Begriff <em>Yule</em> und im <a title="Sölring" href="http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%B6lring">Sölring</a> (Sylter Friesisch) heißt es <em>Jül</em> oder <em>Jööl</em>. In der weiteren Bedeutung umfasst es ganz allgemein das Festmahl. Das Festmahl ist auch ein uralter Mythos, welches an Felsenmalereien vom Mithrakult (genannt = Heidentum) dargestellt wird, und somit auch in das Christentum übertragen wurde. Die frühe Geschichte des Julfestes ist sehr umstritten. Die Meinungen reichen von der Leugnung eines vorchristlichen Julfestes bis zu Rekonstruktionsversuchen aus späteren Bräuchen. Dabei spielt die unterschiedliche Bewertung der altwestnordischen Quellen hinsichtlich ihrer Zuverlässigkeit die entscheidende Rolle. Es ist aber unstrittig, dass das Wort selbst vorchristlich ist. Die Kirche hatte vergeblich versucht, das Wort durch andere Begriffe zu ersetzen.</p>
<div class="mceTemp mceIEcenter">
<dt class="wp-caption-dt">
<div id="attachment_87" class="wp-caption aligncenter" style="width: 230px"><a href="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/220px-Julfest_Wintersonnenwende_2005_-_Brennendes_Sonnenrad1.jpg"><img class="size-full wp-image-87" title="Julfest_Wintersonnenwende_2005_-_Brennendes_Sonnenrad" src="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/220px-Julfest_Wintersonnenwende_2005_-_Brennendes_Sonnenrad1.jpg" alt="" width="220" height="220" /></a><p class="wp-caption-text">Julfest, Brennendes Sonnenrad</p></div>
<p><a href="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/220px-Julfest_Wintersonnenwende_2005_-_Brennendes_Sonnenrad.jpg"></a></dt>
</div>
<p style="text-align: justify;">Gefeiert wird die wiedergeborene Sonne und das Längerwerden der Tage, da dieser Wechsel seit Menschengedenken überlebenswichtig ist, vor allem für die Saat und Ernte. Man sieht das Julfest als eine zwölftägige Friedenszeit, in der die Häuser mit immergrünen Zweigen wie <a title="Buchsbaum" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Buchsbaum">Buchsbaum</a>, <a title="Eiben" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eiben">Eibe</a>, <a title="Fichten" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fichten">Fichte</a>, <a title="Tannen" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tannen">Tanne</a>, <a title="Stechpalme" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stechpalme">Stechpalme</a>, <a title="Kiefern" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kiefern">Kiefer</a>, <a title="Efeu" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Efeu">Efeu</a> und <a title="Wacholder" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wacholder">Wacholder</a> geschmückt werden, denen man schützende und heilende Kräfte zuschreibt.</p>
<p style="text-align: justify;">Der altisländische Kalender lebte neben dem kirchlichen Kalender, nach der Christianisierung, noch eine Weile fort. Er wurde allmählich dem julianischen Kalender angeglichen. Die gotischen und altwestnordischen Monatsnamen „juleis“ und „ýlir“ sind bereits dem kirchlichen Kalender angepasst und besagen nur, dass das Julfest zwischen Mitte November und Mitte Januar lag. Es ist aber nicht sicher, ob die Bezeichnung „Mittwinternacht“ in der vorchristlichen Periode wirklich die Mitte des Winterhalbjahres war, oder die längste Nacht der Winterperiode.</p>
<p style="text-align: justify;">Die längste Nacht als &#8220;Yalda&#8221; (Geburt der Sonne = Mithra) ist in der südlichen Halbkugel ein uraltes Fest.</p>
<h3>Brennendes Sonnenrad zum Julfest</h3>
<p style="text-align: justify;">Im nordisch-germanischen <a title="Neuheidentum" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Neuheidentum">Neuheidentum</a> ist das germanische Julfest das wichtigste Fest im Jahr und man bedient sich dessen, was <a title="Volkskundler" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Volkskundler">Volkskundler</a> für vorchristliche Bräuche halten, um die Julzeit und das Mittwinterfest zu rekonstruieren. Hier wird es als Wintersonnwendfest gefeiert, manchmal zum astronomischen Datum, dem 21. Dezember („Julmond“), aber auch zum zugeschriebenen 25. Dezember. Am ersten Weihnachtstag geht es zur Kirche, dabei säumen brennende Kerzen in den Fenstern der Landgemeinden den Weg. Dieser Tag ist im Gegensatz zu den vorherigen eher ruhig und beschaulich. Die Nachbarn und Bekannten besuchen einander, die Kinder beschäftigen sich mit den neuen Spielsachen oder ziehen von Haus zu Haus und wünschen „God Jul“.</p>
<p><strong>Entwicklungen im Mittelalter und danach</strong><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Im Mittelalter und der Neuzeit entwickelten sich die Julbräuche in Skandinavien weiter. So gab es in Schweden, Norwegen und Finnland, aber auch auf dem Kontinent bis ins 20. Jahrhundert hinein das „Julstroh“. Möglicherweise handelte es sich um keltisch-germanische Einflüsse in Verbindung mit den Fruchtbarkeitsgöttinnen aus der uralten Zeit, und diese werden mit Bedas „Nacht der Mütter“ in England in Verbindung gebracht. Es gab noch viele Riten, die nicht unmittelbar christlichen Gehalt haben, sondern alle Elemente des damaligen Aberglaubens auf sich fokussierten.</p>
<h3>Abendmahl</h3>
<p style="text-align: justify;">Zu Weihnachten herrscht vor allem in den Küchen reges Treiben. Aber warum reicht man ausgerechnet Gans und Karpfen zum Festmahl? Traditionell wird am Heiligen Abend Fisch (Karpfen oder Lachs) gereicht und am ersten Weihnachtstag der Gänsebraten. Die Gans ist allerdings ein verhältnismäßig junger Festbraten. Der Brauch stammt angeblich aus England aus der Zeit Elisabeth 1., der am Weihnachtstag im Jahr 1588 eine Gans aufgetischt wurde, just als sie von Sieg über die spanische Armada erführ. Vor lauter Freude soll sie die Gans damals zum glücksbringenden Weihnachtsbraten erklärt haben.</p>
<h3 style="text-align: center;">Eine Schuppe vom Weihnachtskarpfen in</h3>
<p style="text-align: center;"><strong>der Geldbörse soll dafür sorgen, dass diese nie leer wird</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Eine längere Tradition hat der Karpfen vorzuweisen. Ersteht ganz oben auf der Liste der Weihnachtsspeisen und schmückt sich mit allem, was sich Glauben und Aberglauben auf die Fische bezieht. Das Karpfenglück verheißt Reichtum, Potenz, Erneuerung über allem aber steht das Symbol der Fruchtbarkeit. Diesbezüglich übertrumpft der Karpfen alle anderen Artgenossen: ein Karpfenweibchen verfügt über Millionen von Eiern. Deshalb bekam der Hausvater früher immer Karpfenkaviar mit ein paar Tropfen Zitrone serviert. Und wer sich vom Weihnachtskarpfen eine Schuppe in die Geldbörse steckte, der sollte angeblich bis zum nächsten Jahr nie leer finden.</p>
<p> </p>
<p style="text-align: justify;">Die Karpfengräten wurden auch unter Obstbäume gelegt, weil man hoffte, diese würden bei der nächsten Ernte üppigere Früchte einbringen. Und zu guter Letzt gilt der Fisch auch als Symbol für Jesus Christus, denn das griechische Wort für Fisch (ichthys) bildet eine Abkürzung für die Formel Jesus, Christus, Gottessohn, Heiland. Da die Fastenzeit früher erst am 25. Dezember endetet, musste Heiligabend Diät gehalten werden. Fisch durfte gegessen werden, aber nur, wenn er nicht über den Tellerrand hinausreichte. Deshalb im Mittelalter der Karpfen angenommen und den tellergerechten Spiegelkarpfen mit hoher, aber kurzer Form gezüchtet</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Literatur</span></strong><strong>:</strong><strong></strong></p>
<p><strong>H. Celander</strong>:: Förkristen julenligt norrönakällor. 1955</p>
<p><strong>Jacob Grimm</strong>: Deutsche Mythologie. Marix Verlag, Wiesbaden 2007</p>
<p><strong>Arni Bjørnsson</strong>: High days and Holidays in Iceland. 1995</p>
<p><strong>A. Tille</strong>: Die Geschichte der deutschen Weihnacht. 1893</p>
<p><strong>Lily Weiser-Aall</strong>: <em>Jul. In: Kulturhistorisk leksikon for nordisk middelader, Bd. 8..</em> Kopenhagen 1963</p>
<p><strong><a title="wikt:Julfest" href="http://de.wiktionary.org/wiki/Julfest">Wiktionary: Julfest</a></strong> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</p>
<p><strong>Steinbock, Fritz</strong> &#8220;Das heilige Fest, Rituale des Traditionellen Germanischen Heidentums in Heutiger Zeit&#8221;, <strong>Daniel Junker</strong> Verlag 2004</p>
<p><strong>Heute</strong>, Mi. 22.12.2010, Wien</p>
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		<title>Heiliger Hâfez, die mystische Zunge</title>
		<link>http://de.javadparsay.at/literatur/70</link>
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		<pubDate>Sun, 12 Sep 2010 17:59:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Javad Parsay</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[August Graf von Platon]]></category>
		<category><![CDATA[Bodenstedt]]></category>
		<category><![CDATA[Cyrus Atabay]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich Nietzsche]]></category>
		<category><![CDATA[G. Jacob]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Hâfez]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>
		<category><![CDATA[Poesie]]></category>
		<category><![CDATA[Rosenzweig]]></category>
		<category><![CDATA[Rückert]]></category>
		<category><![CDATA[West-östlichen Divan]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfang Günter Lerche]]></category>

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		<description><![CDATA[Heiliger Hâfez, die mystische Zunge Noch heute gilt Hâfez als der größte Lyriker der persischen Sprache. Er ist eine Legende, hochverehrt von seinen Anhängern, tief geschmäht von den ignoranten Geistlichen. Bis heute nennen ihn die Perser die „mystische Zunge“, um seine unorthodoxen religiösen Neigungen zum Ausdruck zu bringen. Vergeblich versucht die Orthodoxie seit Jahrhunderten, den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heiliger Hâfez, die mystische Zunge</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Noch heute gilt Hâfez als der größte Lyriker der persischen Sprache. Er ist eine Legende, hochverehrt von seinen Anhängern, tief geschmäht von den ignoranten Geistlichen. Bis heute nennen ihn die Perser die „mystische Zunge“, um seine unorthodoxen religiösen Neigungen zum Ausdruck zu bringen.<span id="more-70"></span><!--more--></p>
<p style="text-align: justify;">Vergeblich versucht die Orthodoxie seit Jahrhunderten, den Skandal der Poesie loszuwerden, indem sie dem Dichter mit haarsträubenden Interpretationen das Wort im Munde herumdreht- ein weiteres Indiz dafür, dass die alten Landessitten, und sei’s auch nur sub rosa, jeder Diktatur widerstehen1.</p>
<p style="text-align: justify;">Hafez ist in Deutschland zu Beginn des 19. Jh. heimisch geworden. Sein Divan wurde 1812/13 durch den österreichischen Diplomaten und Orientalisten Joseph von Hammer-Purgstall zum ersten Mal vollständig ins Deutsche und damit überhaupt in eine europäische Sprache übersetzt, und hat unmittelbar, durch diese Übersetzung, auf den beherrschenden Dichter dieser Epoche, Goethe, so stark eingewirkt, dass dieser eine romantische Wende in seinem Lebenswerk vollzog. Er fand in Hâfez eine verwandte Zwillingsseele über die Jahrhunderte und Kulturen, und er schuf in seinem Geist ein neuartiges Werk: den „West-östlichen Divan“, der 1819 erschien. Er schreibt über Hâfez:</p>
<p><em>Sie haben dich, heiliger Hafis,</em></p>
<p><em>Die mystische Zunge genannt,</em></p>
<p><em>Und haben, die Wortgelehrten,</em></p>
<p><em>Den Wert des Worts nicht erkannt.</em></p>
<p><em>Mystisch heißt Du ihnen,</em></p>
<p><em>Weil sie Närrisches bei dir denken</em></p>
<p><em>Und ihren unlautern Wein</em></p>
<p><em>In Deinem Namen verschenken.</em></p>
<p><em>Du aber bist mystisch rein,</em></p>
<p><em>Weil sie dich nicht verstehen,</em></p>
<p><em>Der Du, ohne fromm zu sein, selig bist!</em></p>
<p><em>Das wollen sie dir nicht zugestehen.</em></p>
<h6>                         Johann Wolfgang von Goethe</h6>
<p style="text-align: justify;">Hâfez und Goethe waren zwei gleichgesinnte Denker in zeitverschiedenen Epochen. In vielen Gedichten kritisieren Hâfez und Goethe die sozial-politischen Zustände, die Heuchler und die radikalen Gruppen, die der dichterischen Freiheit Grenzen gesetzt hatten. Reinheit und Schlichtheit gehören zu den besonderen poetischen und persönlichen Eigenschaften bei ihnen und in ihrer Lyrik. Bei ihnen haben alle Religionen und persönlichen Meinungen die gleiche gebührende Stellung.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Divan von Hafez und die Werke von Goethe haben viele verschiedene Herrscher überlebt und unzählige Herzen fröhlich gestimmt. „Süßes Dichten“ im künstlerisch geschmückten und attraktiven „Gewand der Poesie“ zieht noch mehr an und wirkt effizienter.</p>
<p style="text-align: justify;">Ist es nötig zu sagen, dass Hafez der wohl genialste, feinfühligste und geradezu virtuoseste Poet des vergangenen Millenniums ist? Ein wahrlich beeindruckendes Buch. Hafez&#8217;s Kunst im Umgang mit den Worten, mit der Sprache, ist bis heute unerreicht; sowohl im Osten wie auch im Westen. Hâfez hat das Wesen der Schönheit in Sprache gegossen!</p>
<p style="text-align: justify;">Die Weisheiten, die in seinen Niederschriften enthalten sind, offenbaren sich mit Raffinesse, Sänfte, mit bildhafter Phantasie und wundervoller Metaphorik. Ein jeder, der behauptet in Sachen Literatur bewandt zu sein, sich auszukennen, belesen und gar weltmännisch zu sein, und die Verse Hafez&#8217;s nie zu Gesicht bekommen hat, der irrt. Hâfez ist die dritte Dimension des geschriebenen Wortes2.</p>
<p style="text-align: justify;">Khâje Schams ol Din Mohammad Hâfez, iranischer Lyriker, wurde zwischen 1317 und 1326, in einer wohlhabenden Handwerkerfamilie, in Schiraz, der Hauptstadt der heutigen Provinz Fârs, geboren. Über sein persönliches Leben ist uns wenig überliefert worden. Sein Dichter-Ruhm drang, bereits zu seinen Lebzeiten, weit über Fârs hinaus in die Persisch sprechende bzw. verstehende Welt, bis nach Indien, Byzanz, Samarkand und China. Er galt als der Gipfel der iranischen Lyriker. Er spricht in seinen Versen selbst wiederholt von diesem Ruhm:</p>
<p><em>O Hâfez, die Kunde von deinem blendenden Zauber reicht</em></p>
<p><em>Bis an die Grenze Ägyptens und Chinas</em></p>
<p><em>und bis in die Gegenden von Byzanz und Rey.</em></p>
<p><em>Zum Lied des Hâfez von Schiraz tanzen und tändeln</em></p>
<p><em>Die schwarzäugigen Kaschmiris und Türken von Samarghand3.</em></p>
<p style="text-align: justify;">Hâfez hat offenbar eine sorgfältige akademische Ausbildung genossen, wofür nicht nur eine gründliche Korankenntnis spricht und seine vollkommene Beherrschung des Arabischen, sondern auch die Tatsache, dass er später selbst Lehrer an einer theologischen Hochschule wurde, die der Wazir Haĵi Qawâm ol-Din ihm zu Ehren gestiftet haben soll.</p>
<p style="text-align: justify;">Hâfez’s Leben fiel in eine düstere Zeit. Despotische Herrscher etablierten ihre Macht, fielen übereinander her und füllten das Land mit Terror und Blut. Hâfez’s Gedichte lassen nur selten direkte Reflexe dieser Zeitläufe erkennen. Aber vier Herrscher seiner Zeit werden, da und dort, offen oder verdeckt, erwähnt.</p>
<p style="text-align: justify;">Hâfez starb im Jahre 1389 in seiner Geburtsstadt, Schiraz. Nach seinem Tode soll ihm von strenggläubigen Mullahs ein religiöses Begräbnis verweigert worden sein. Nochmals der Legende gemäß, soll schon zu diesem Zeitpunkt sein eigener Divan dazu gedient haben, und man stieß auf den Vers:</p>
<p><em>„Halte deinen Schritt nicht zurück von der Bahre des Hâfez</em></p>
<p><em>Mag er auch in Sünde versunken sein, er geht ein ins Paradies“.</em></p>
<p style="text-align: justify;">Daraufhin wurde er würdig bestattet. Heute befindet sich in Schiraz sein prächtiges Mausoleum, ganz nahe bei jenem des anderen großen Dichtersohnes der Stadt: Saadi. Seit seinem Tod hat sich an seines Dichter Ruhms nichts geändert. Noch heute gilt in der iranischen Welt seine Gedichtesammlung, der Divan, der erst nach seinem Tode gesammelt und als kompletter Divan veröffentlicht wurde, nach dem Koran, als meistgelesener Text.</p>
<p style="text-align: justify;">Er begehrt lieber den friedlichen Weg, weil er fast überzeugt ist, dass das Gute und die Liebe zum Schluss doch gewinnen werden. Eine Überzeugung, die heutzutage in den multikulturellen Gesellschaften eine Seltenheit ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Jahre 1858-64 veröffentlichte der Wiener Orientalist Vinzenz von Rosenzweig-Schwannau seine dreibändige Textedition mit deutscher Übersetzung Er war ein hervorragender Kenner des Persischen:</p>
<p><em>Nach dem Freunde sehnt sich jeder, Leb’ er nüchtern, trink’ er Wein;</em></p>
<p><em>Liebe haust an jeder Stätte, Mag’ s Moschee, mag’ s Kirche sein.</em></p>
<h6 style="text-align: left;">                         Hâfez, übersetzt von Rosenzweig</h6>
<p style="text-align: justify;">Friedrich Rückert, der Orientalist und Dichter, der selbst viele Hâfez–Gedichte ins Deutsche übertragen hatte, sagte:</p>
<p><em>Sein Geheimnis ist unübersinnlich,</em></p>
<p><em>denn sein Sinnliches ist übersinnlich</em></p>
<h6 style="text-align: left;">                         Friedrich Rückert</h6>
<p><em>Was hat der nüchterne Fromm mit runkner Liebe gemein?</em></p>
<p><em>Wohin dort lockt die Predigt und hier die Schlanken wohin?</em></p>
<h6 style="text-align: left;">                        Hâfez,, übersetzt von Rückert</h6>
<p><em>Auf, Schenke! Den Pokal gefüllt für unsre durstige Tafelrunde,</em></p>
<p><em>Die Liebe, die mich einst beglückt, jetzt richtet kläglich mich zugrunde.</em></p>
<p><em>Oh, lenkt nicht von Hafisens Grab die Schritte: ob sich’s auch erweise,</em></p>
<p><em>Dass er voll Sünden sank hinab: Er geht doch ein zum Paradiese!</em></p>
<h6 style="text-align: left;">                         Hâfez,, übersetzt von Friedrich Bodenstedt</h6>
<p><em>Gestern zechend, traumverloren, hörte ich es pochen leis:</em></p>
<p><em>Klopfend an der Schenke Toren, standen – Engel still im Kreis.</em></p>
<p><em>Unsers Vaters Adam Asche, taten sie in den Pokal,</em></p>
<p><em>ihr vermählend aus der Flasche, edlen Weines Purpurstrahl.</em></p>
<h6 style="text-align: left;">                         Hâfez,, übersetzt von G. Jacob</h6>
<p><em>Dufte hat die Moschusblase, nur aus jenem Haar empfangen.</em></p>
<p><em>Rosenwasser prunkt im Glase, mit Geruch von jenen Wangen.</em></p>
<h6 style="text-align: left;">                         Hâfez,, übersetzt von August Graf von Platon</h6>
<p style="text-align: justify;"><strong>Nietzsche</strong> fand in ihm einen reinen, heiteren freisinnigen Ekstatiker.</p>
<p>Frage eines Wassertrinkers:</p>
<p><em>Die Schenke, die du dir gebaut,</em></p>
<p><em>ist größer als jedes Haus,</em></p>
<p><em>Die Tränke, die du drin gebraut,</em></p>
<p><em>die trinkt die Welt nicht aus.</em></p>
<p><em>Der Vogel, der einst Phönix war,</em></p>
<p><em>der wohnt bei dir zu Gast,</em></p>
<p><em>Die Maus, die einen Berg gebar,</em></p>
<p><em>die &#8211; bist du selber fast!</em></p>
<p><em>Bist Alles und Keins, bist Schenke und Wein.</em></p>
<p><em>Bist Phönix, Berg und Maus,</em></p>
<p><em>Fällst ewiglich in dich hinein,</em></p>
<p><em>Fliegst ewig aus dir hinaus –</em></p>
<p><em>Bist aller Höhen Versunkenheit,</em></p>
<p><em>Bist aller Tiefen Schein,</em></p>
<p><em>Bist aller Trunkenen Trunkenheit</em></p>
<p><em>wozu, wozu dir &#8211; Wein?</em></p>
<h6 style="text-align: left;">                         Friedrich Nietzsche</h6>
<p><em>Es ist die Liebesfülle</em></p>
<p><em>Im lieblichsten Revier,</em></p>
<p><em>Der Holde, treue Wille</em></p>
<p><em>Wie zwischen mir und ihr.</em></p>
<h6 style="text-align: left;">                         Goethe: West-östlicher Divan4</h6>
<p><em>Genieß’ des Lebens Rosenzeit</em></p>
<p><em>Bei Spiel und Sang, im Glück der Liebe.</em></p>
<p><em>Nicht über eine Woche Frist</em></p>
<p><em>Kannst du der Herrlichen vertrauen.</em></p>
<h6 style="text-align: left;">                         Hâfez: Übersetzung von F. Bodenstedt</h6>
<p><em>Mönchlein ohne Kapp und Kutt,</em></p>
<p><em>Schwatz nicht auf mich ein!</em></p>
<p><em>Zwar du machst mich kaputt,</em></p>
<p><em>Nicht bescheiden, nein!</em></p>
<h6 style="text-align: left;">                         Goethe: West-östlicher Divan</h6>
<p><em>Schilt nicht weinbefleckte Zecher, du mit Reinheit angetan!</em></p>
<p><em>Denn es werden fremde Sünden dir ja nicht geschrieben an.</em></p>
<h6 style="text-align: left;">                         Hâfez: Übersetzung von Friedrich Rückert</h6>
<p style="text-align: center;"><strong><em>Alâ yâ ayohâl Sâqi, ader Ka’san va navelha</em></strong></p>
<p><em>* Auf, o Schenke, lass den Becher kreisen und reiche ihn (mir),</em></p>
<p><em>* die Liebe schien am Anfang leicht (zu sein), doch</em></p>
<p><em>(dann) geriet sie in Schwierigkeiten.</em></p>
<p><em>* In der Hoffnung auf den Moschusduft, den der</em></p>
<p><em>Morgenwind endlich von Schopfe; ausströmen lassen sollte,</em></p>
<p><em>* fiel, ach, wie viel Blut wegen des schwarzen Haar-</em></p>
<p><em>Geringels in die Herzen (der Liebenden).</em></p>
<p><em>* Mit Wein färbt den Gebetsteppich ein, wenn der alte Magier</em></p>
<p><em>es dir sagt;</em></p>
<p><em>* ist der Pilger doch nicht unkundig des Pfads und des Brauches</em></p>
<p><em>auf den Wegstationen.</em></p>
<p><em>* Welche Gewissheit des Lebensgenusses kann es für</em></p>
<p><em>mich im Haus des Geliebten geben;</em></p>
<p><em>* wenn jederzeit die (Karawanen-)Glocke schrillt:</em></p>
<p><em>Packt auf euer Bündel!</em></p>
<p><em>* Finstere Nacht und der Schrecken der Wogen und</em></p>
<p><em>der Wasserschlund so grauenvoll;</em></p>
<p><em>* wie können unseren Zustand die Leichtbeladenen</em></p>
<p><em>am Ufer verstehen?</em></p>
<p><em>* Meine ganze Sache ist durch meine Selbstsucht in</em></p>
<p><em>Verruf geraten, gewiss;</em></p>
<p><em>* wie kann ein Geheimnis verborgen bleiben, das</em></p>
<p><em>zum (Gespräch der) Zirkel ward?</em></p>
<p><em>* Willst du seine Gegenwart? so entferne dich nie</em></p>
<p><em>von ihm, o Hâfez;</em></p>
<p><em>* sobald du (ihn) gefunden hast, den du ersehenst, lass die Welt</em></p>
<p><em>und kümmere dich nicht mehr um sie.5</em></p>
<pre>LITERATUR:</pre>
<p>1. Wolfang Günter Lerch in der FAZ am 13.7.2000, anlässlich der Einweihung des Hafisdenkmals in Weimar</p>
<p>2. Ojand Hadinia</p>
<p style="text-align: justify;">3. Eine vollständige Übersetzung vom Hâfez-Divan (Gedichtsbuch), ins Deutsche, ist neuerlich durch Joachim Wohlleben erschienen, 2004, Ketabsara-ye Nik, Teheran, Iran.</p>
<p>4. West-östlicher Divan, J. W. von Goethe</p>
<p style="text-align: justify;">5. „Kurt Scharf, berichtet im Buch: Hafis, Rumi, Omar Chajjam, „Die schönsten Gedichte aus dem klassischen Persien“, von Cyrus Atabay, Brek Verlag, München, &#8230;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>GUT UND BÖSE</title>
		<link>http://de.javadparsay.at/kultur/66</link>
		<comments>http://de.javadparsay.at/kultur/66#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 04 Sep 2010 09:36:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Javad Parsay</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Ahriman]]></category>
		<category><![CDATA[Hurmazd]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>
		<category><![CDATA[Zaratushtra]]></category>
		<category><![CDATA[Zardosht]]></category>
		<category><![CDATA[Zarwan]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein uralter iranischer Mythos besagt: Bevor der Himmel und die Erde erschaffen wurden, gab es einen namens Zorwan. Er war die Zeit selbst oder die Gottheit der Zeit. Das heißt, am Anfang war die Zeit. Die Zeit hieß Zorwan, sein anderer Name war „Karisma (Farreh-e Izadi) oder Glück“. Zorwan brachte tausend Jahre lang Opfer, damit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein uralter iranischer Mythos besagt:</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Bevor der Himmel und die Erde erschaffen wurden, gab es einen namens Zorwan.</p>
<p style="text-align: justify;">Er war die Zeit selbst oder die Gottheit der Zeit.</p>
<p style="text-align: justify;">Das heißt, am Anfang war die Zeit. Die Zeit hieß Zorwan, sein anderer Name war „Karisma (Farreh-e Izadi) oder Glück“.<span id="more-66"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Zorwan brachte tausend Jahre lang Opfer, damit ihm ein Sohn geboren wird, namens „Hurmazd“, der das Universum, das heißt Himmel und Erde, erschaffen sollte.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach tausend Jahren Opferung und Anbetung, dachte Zorwan: Ob seine tausend Jahre Opferung und Anbetung wohl etwas Wert gewesen wären? Würde sein Sohn „Hurmazd“ geboren werden oder wäre seine Mühe umsonst gewesen?</p>
<p style="text-align: justify;">Während er sich das so dachte, wurde „Hurmazdssame“ (als Gottes Herrscher) mit einem Zwilling namens „Ahrimann“ als (Satan), im Leib der Mutter, gebildet. Der Gott Hurmazd als Belohnung für Zorwan, für seine tausend Jahre Opferung und Anbetung, und der Satan Ahrimann als Strafe für ihn wegen des einen Moments des Zweifels.</p>
<p style="text-align: justify;">In diesem Mythos ist Zorwan die endlose Zeit und die Schöpfungsquelle für das Gute und das Böse. Als er eine Ahnung von der Geburt der Zwillinge bekam, traf er die Entscheidung, den Erstgeborenen den Herrscher der Welt zu nennen und dies anzuerkennen. Der Erstgeborene sollte der Gott Hurmazd sein.</p>
<p style="text-align: justify;">Aber als der Satan Ahrimann die Entscheidung von Zorwan empfand, zerriss er den Mutterleib seiner Mutter, sprang heraus und ging zu Zorwan. Als Zorwan das Kind sah, fragte er, wer es sei?</p>
<p style="text-align: justify;">- „Ich bin dein Kind.“</p>
<p style="text-align: justify;">- „Mein Kind sollte leuchtend und gutriechend sein. Du bringst aber Dunkelheit und Gestank mit dir.“</p>
<p style="text-align: justify;">- „Du hast die Herrschaft der Welt für deinen Erstgeborenen entschieden, und musst dich jetzt daran halten.“</p>
<p style="text-align: justify;">In diesem Moment wurde der Gott Hurmazd zeitgerecht geboren und erschien beim Vater. Dieser erkannte seinen richtigen Sohn, den er als Herrscher der Welt ernennen wollte und für den er tausend Jahre Opferung und Anbetung auf sich genommen hatte. Zorwan gab dem Gott Hurmazd die Balsamasten, die er für ihn gepflückt hatte, segnete ihn, sagte ihm aber: „Bis jetzt habe ich für dich Opfer gebracht, ab jetzt wirst du es für mich tun.“</p>
<p style="text-align: justify;">Da Zorwan, der Zeitgott, sein Versprechen nicht brechen durfte, setzte er für das Welt-Leben ein Zeitlimit, und sagte dem Satan Ahrimann: „Oh, du Lügner, du wirst 9000 Jahre lang Weltherrscher sein, der Gott Hurmazd wird das Oberhaupt sein. Nach 9000 Jahren, wird er die Welt beherrschen, und er wird tun, was er für richtig hält*.“</p>
<p style="text-align: justify;">Seitdem müssen die Menschen das Gute unterstützen und sich für das Gute entscheiden, damit der Satan nicht seine Herrschaft so ausübt, wie er es will. So brach der Krieg des Bösen gegen das Gute aus.</p>
<p style="text-align: justify;">***</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Paradies, &#8230;</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Und Gott, der Herr, pflanzte einen Garten in Eden, und setzte den Menschen hinein. So harmlos beginnt die Geschichte.</p>
<p style="text-align: justify;">Verführt durch die Schlange, greift die Havva (Eva), die „Männin“ zur verbotenen Frucht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Somit wurde das von Gott Vorgesehne wahr, der Mann (Adam) und die Männin (Havva) müssen das Paradies verlassen.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Mensch wurde danach auf der Erde sesshaft, er fand Besitz und Eigentum, aber die Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies blieb in seiner Seele hängen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Folge der Sesshaftigkeit des Menschen auf der Erde war Krieg. Krieg zwischen Böse und Gut, Krieg zwischen Herrscher der Staaten um Territorien.</p>
<p style="text-align: justify;">***</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>&#8230;auf der Erde</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Iraner haben immer noch die Vorstellung vom Paradies im Kopf gehalten. Das Paradies ist ein persisches Wort, das auf Persisch „Pardis“ gesprochen wird.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Iraner haben sich überlegt, ob sie, neben ihrem Glauben an das Paradies, auch ein Paradies im weltlichen Leben schaffen können. Sie haben, nach ihrer Vorstellung vom Paradies, den Versuch unternommen, aus ihrer Fantasie eine Verkörperung des Paradieses in Form wunderschöner Gärten (in vielen Städten des Landes) zu erschaffen, die in ihrer Pracht der Vorstellung der Iraner von paradiesischen Gärten in nichts nachstehen.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>*) Die Archäologen haben neuerlich, in Ausgrabungen in Vorderasien, Beweisstücke über die Sesshaftigkeit des Menschen gefunden, die bis zu 10.000 Jahre vor Christus zurückgehen.</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Die Suche nach dem Garten Eden, Der Spiegel 23/2006, Matthias Schulz.</em></p>
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		<title>Mowlana Jalaleddin Mohammad Balkhi</title>
		<link>http://de.javadparsay.at/literatur/13</link>
		<comments>http://de.javadparsay.at/literatur/13#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 18 May 2007 08:57:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Javad Parsay</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Mowlana Jalaleddin Mohammad Balkhi]]></category>
		<category><![CDATA[Persische Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Zur Schilfflöte horchen wie sie sich beschwert Bejammern seiner Verbannung von seinem Haus Die Unesco hat das Jahr 2007, aus dem Anlass des 800. Geburtstags des großen iranischen Mystikers Mowlana Jalaleddin Mohammad Balkhi, als Mowlana–Jahr erklärt. Aus diesem Grund wurden in den Großstädten der Welt zahlreiche Feierlichkeiten und wissenschaftliche Seminare veranstaltet. Jalaleddin Mohammad, bekannt als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Zur Schilfflöte horchen<br />
wie sie sich beschwert<br />
Bejammern seiner Verbannung<br />
von seinem Haus</em></p>
<p>Die Unesco hat das Jahr 2007, aus dem Anlass des 800. Geburtstags des großen iranischen Mystikers Mowlana Jalaleddin Mohammad Balkhi, als Mowlana–Jahr erklärt. Aus diesem Grund wurden in den Großstädten der Welt zahlreiche Feierlichkeiten und wissenschaftliche Seminare veranstaltet.<span id="more-13"></span></p>
<p>Jalaleddin Mohammad, bekannt als Mowlana Jalaleddin Balkhi (im Westen Rumi genannt) wurde in der Kulturstadt Balkh, im Norden des heutigen Afghanestan, am 30. September 1207 geboren. Die Stadt Balkh galt damals als eine Kulturstadt der iranischen Großprovinz Khorasan. Mowlanas Leben fand im Iran in einer Zeit statt, in der die Geschichte des Irans viele Höhen und Tiefen aufwies. Das war die Zeit des Untergangs der iranischen Kultur und Zivilisation, die, nach Jahrhunderten der kulturellen Blüte, mit dem blutrünstigen Angriff der Mongolen konfrontiert war.</p>
<p>Die Angst vor den Mongolen-Angriffen war so groß, dass die Bevölkerung ostwärts des Irans sich, in Gruppen, in die Richtung der westlichen Städte in Bewegung setzte. Aus diesen Gründen traf auch Soltân Walad, im Jahr 1220 (617 n.H.), die Entscheidung, mit der Familie und einer Schar von seinen Anhängern auszuwandern. Er hatte vor, erst eine Pilgerfahrt nach Mekka zu erfüllen. Er wanderte zunächst in das im Nordosten des Irans gelegene Neyschâpur (Nischabur). Dort soll der junge Jalaleddin, in Begleitung seines Vaters, dem großen Mystiker Scheykh Farideddin Attar einen Besuch abgestattet haben. In dieser Zeit war Jalaleddin Mohammad 13 Jahre alt. Die Erinnerungen von Neyschâpur waren für den jungen Jalaleddin Mohammad unvergesslich. Der greise Dichter-Mystiker sei von dem Jungen so entzückt gewesen, dass er ihm ein Exemplar seines Epos „Buch der Geheimnisse” (Asrar-Name) geschenkt habe. Der Dichter machte den Vater darauf aufmerksam, dass aus dem klugen Jungen eine spirituelle Persönlichkeit der mystischen Welt werde.</p>
<p>Die Karawane zog weiter westwärts bis nach Bagdad. Jalaleddin Mohammad besuchte, während seines Aufenthalts in Baghdad, eine Schule, wo er die arabische Sprache lernte und sich mit einem Teil der eslamischen Lehre vertraut machte. Er nutzt diese Gelegenheit, sich die Grundbegriffe der Theologie, der eslamischen Rechtslehre (Schariat), anzueignen.</p>
<p>Im Jahre 1220 wanderte die Gruppe nach Anatolien. Als der Herrscher, Alaeddin Keyghobad 1., ein Saljugher (Seldschuker), vom Ruhm des Soltân Walad hörte, lud er ihn in die Stadt Ghoniye (Konja) ein. Soltân Walad erlangte in Ghoniye, durch seine Predigten und Lektionen, ebenso Bekanntheit wie in den berühmten Städten von Khorasan und Balkh. Da in dieser Region die Sprache der Wissenschaft und Literatur Persisch war, konnten Mowlana und seine Eltern sich, als Erinnerung an ihren Geburtsort, der wissenschaftlichen und literarischen Erfüllung mit der klaren persischen Sprache widmen.</p>
<p>Die Anhänger des Mystikers gaben ihm einen Ehrennamen, nämlich „Mowlana” (unser Herr). Als er 23 Jahre alt war, heiratete er eine Frau, die auch wie er aus dem Osten geflohen war. Sie gebar ihm 1226 den Sohn Soltân Walad, der später als einer der Begründer der türkisch-osmanischen Dichtkunst galt. Mowlana Jalaleddin Mohammad zählt zu den bedeutendsten Mystikern und mystischen Dichtern der Welt. Seine Arbeit und seine Gedanken sind heute noch universell relevant.</p>
<p>Als sein Vater sich, durch  die   Alterserscheinungen, in den letzten Jahren seines Lebens zurückzog, übernahm Jalaleddin Mohammad die Rolle seines Vaters. Die Bevölkerung der Stadt, die Geschäftsleute, Sufis, Gnostiker und Dichter, die Persisch sprachen, nahmen ihn mit großer Begeisterung auf. Sein Vater starb im Jahr 1249. Mowlana nahm eine enorme Aufgabe auf sich, er übernahm nämlich, neben der wissenschaftlichen Tätigkeit und den Predigten, die Verwaltung der Schule seines Vaters.</p>
<p>Mowlana entwickelt seine eigene Methode beim Predigen. Er schrieb seinen Anhängern nichts vor, sondern versuchte, ihnen, mittels einfachen, verständlichen Geschichten und Fabeln, bei zu bringen, den Sinn seines Unterrichtes zu begreifen. Diese Art des Lehrens hat er dem geschriebenen Fabelbuch „Kalile und Demne” zu verdanken. Einige von diesen Geschichten sind heute noch sprichwörtlich in aller Munde:</p>
<p><strong>Der Elefant in einem dunklen Raum</strong></p>
<p>Ein Hindu stellte einen Elefanten in einen dunklen Raum und viele Leute versammelten sich, um diesen zu sehen. Da der Platz jedoch zu dunkel war, um ihnen zu ermöglichen, den Elefanten zu sehen, glaubten alle, sie könnten eine Idee davon bekommen, wie der Elefant aussah, wenn sie ihn mit ihren Händen fühlten. Einer fühlte, dass sein Rüssel wie ein Stamm war und erklärte, dass das Tier einem Wasserrohr ähnelte; andere, die sein Ohr fühlten, glaubten aber, dass er wie ein großer Fächer aussehen müsste; wieder andere fühlten sein Bein und dachten, er müsse wohl wie eine Säule sein; eine paar andere fühlten nur seine Rückseite und erklärten, das Tier müsse wie ein großer Thron aussehen. Entsprechend dem Teil, das jeder berührte, gab er eine andere Beschreibung des Tieres wieder.</p>
<p><strong>Ein Treffen mit Schams Tabrizi war die Wiedergeburt des Mystikers</strong></p>
<p>An einem Tag, wie alle anderen Tage, ging Mowlana, umgeben von seinen Schülern und Anhängern, durch den Bâzar von Ghoniye. Plötzlich stand ein fremder Darwisch vor ihm und fragte, ob seiner Ansicht nach, der Prophet oder der Mystiker Bayazid von Bastam bevorzugt werden sollte. – “Was für ein Vergleich!”, antwortete Mowlana empört. Schams erwähnte Zitate, die aus der Sicht beider Heiliger ausgesprochen wurden, und in diesem Augenblick verließ die Gesellschaft den Mystiker.</p>
<p>Mit dieser Frage hatte Schams ihn in eine Welt gezogen, die von Liebe, Unruhe und Freude mit dem geliebten Gott erfüllt war. Schams lehrte ihn, sich von den äußerlichen Wissenschaften, die ihn zur Arroganz und zum Populismus geführt hatten, fern zu halten. Er solle sich lieber auf die Mystik konzentrieren.</p>
<p>Länger als vierzig Tage saß Mowlana mit Schams Tabrizi zusammen, zutiefst beeindruckt vom Mystiker Schams, ergab er sich ihm mit seiner ganzen Existenz und versuchte, dessen Gegenwart zu genießen und sich zu vervollkommnen. Aber diese immer größer werdende Annäherung zwischen den zwei Mystikern, hat in Mowlanas Anhängern den Neid geweckt. Mowlana war außerordentlich glücklich mit Schams und wollte ihn für keinen Moment allein lassen. Er tanzte und sang:</p>
<blockquote><p>Geht in des Frühlings Liebeschenke,<br />
Trinkt seines Weines ohne Grauen;</p>
<p>Auf dass ihr liebestrunken werdet,<br />
Eu’r Herz sich öffne mit Vertrauen.</p>
<p>Die Lieb’ ist wach an Erd’ und Himmel,<br />
Im Grünen Rose, Sonn’ im Blauen.</p>
<p>O Nachtigall, sieh deine Rose!<br />
Du Adler sollst zur Sonne schauen.</p>
<p>Übersetzung: Friedrich Rückert</p></blockquote>
<blockquote><p>O Pilgerschar, wo seid ihr, wo, der Geliebte<br />
weilt hier, kommt denn, kommt!</p>
<p>Dein Geliebter wohnt in nachbarlicher Nähe,<br />
welcher Sehnsucht folgt ihr, in der Wüste irrend?</p></blockquote>
<p>Dichtung, Musik und Trancetanz (Samâ’) sind die weiteren Schritte auf diesem Weg. Sie führen den Mystiker zur Gotteserkenntnis und zum Rausch, zur Gleichstellung von Gott und der Liebe, der in mystisch inspirierter Dichtung mit dem Zug einer Karawane von einem Rastplatz (Manzel= Haus) zum nächsten verglichen wird. Diese Entwicklungsstufe (Manazel= Häuser, Ebene) wurde vom alten im Iran existierenden und zelebrierten Mithra-Kult, mit den Sieben Ebenen zur höchsten Himmelsstufe, übernommen und wurde seitdem in allen Religionen und Kulten wiedergegeben. Ein Vorfahre der iranischen Mystik, nämlich Farideddin Attar, verglich diese sieben Ebenen, mit sieben Städten der Liebe (Gottesliebe), die ein Mystiker durch seine Entwicklungswanderung beschreiten und absolvieren muss.</p>
<blockquote><p>Der Attar absolvierte die sieben Städte der Liebe,<br />
wir standen immer noch am Anfang des Weges.</p></blockquote>
<blockquote><p>Ein Mystiker ist, nach seiner Überzeugung, gegenüber den anderen Meinungen, tolerant, während er das eigene Verständnis vor den Begrenzungen durch Dogmen zu bewahren versucht. Der Weg der Befreiung aus der Gefangenschaft in der Illusion, die entsteht, wenn er sich die Einheit der Liebe, der menschlichen wie der göttlichen, als Dualität vorstellt.</p>
<p>Die Spiritualität für einen Mystiker ist der Prozess, alle Aspekte der Selbstbehauptung wegzuräumen, während er zur selben Zeit nach dem göttlichen Impuls in sich selbst sucht, der die Quelle und das Ziel aller Schöpfung ist. Mowlana nannte Gott den „Geliebten”. Und er sah den Geliebten in allen Wesen. Er stellte sich Gott nicht im Himmel vor, getrennt, weit weg von allen Wesen, sondern in allem, in jeder Form erblickte er die Schönheit Gottes. In dieser Erkenntnis wird der höchste Sinn des Lebens erfüllt.</p>
<p>“Der Geliebte ist alles in allem,<br />
der Liebende verhüllt ihn nur;</p>
<p>der Geliebte ist alles, was lebt,<br />
der Liebende ist ein totes Ding”.</p>
<p>Mowlana</p></blockquote>
<p>Der Trancetanz von Mowlana war immer wieder der Kritik der orthodoxen Muslime ausgesetzt. Der Tanz wurde jedoch damit gerechtfertigt, dass er dazu diene, die Liebe zu Gott auszudrücken und die Seele von den Fesseln des Körpers zu befreien, um in die himmlischen Sphären, dem Ursprung des menschlichen Geistes, zu gelangen.</p>
<p><strong>Der Sinn des Lebens</strong></p>
<p>Ich war ein verborgener Schatz, und Ich sehnte mich danach, erkannt zu werden; also schuf Ich die Welt. Für jeden nachdenklichen Menschen erhebt sich die Frage: Was ist der Sinn, was ist der Zweck der Schöpfung dieser Welt? &#8211; Die Antwort lautet: Um die Monotonie zu brechen. Nennen wir es Gott, nennen wir es das Einzige Wesen, nennen wir es Ursprung und Ziel von allem.</p>
<p>Aber die neidischen Freunde und Kollegen von Mowlana drohten Schams. Sie wollten Schams von Mowlana trennen. Sie konnten diese tiefe spirituelle Änderung von Mowlana nicht verstehen und haben den Fremden dafür verantwortlich gemacht. Schams fühlte sich bedroht, wollte, dass sein Schüler (Mowlana) in Ruhe gelassen werde. Unangekündigt traf er eines Morgens die Entscheidung, die Stadt zu verlassen.</p>
<p>Die plötzliche Abwesenheit von Schams, stürzte Mowlana in tiefe Trauer. Der Verlust des Lehrers und Meisters führte Mowlana in eine Einsamkeit. Seine Bemühungen, den Meister ausfindig zu machen, zeigten keinen Erfolg. Er wandte sich der Musik, der Dichtung und dem Tanz (Samâ’) zu. Er dichtete, sang seine Lieder und immer wieder war er überzeugt, dass die Sama’ und Musik ihn zur Erleichterung führten. Durch die Ekstase (Trance=Khalse) fand er einen Weg zur Befreiung seiner Seele. Er dichtete jahrelang hindurch und schuf seinen „Diwan” mit ca. 50.000 Versen. Man berichtet, dass er manchmal Tage und Nächte lang hindurch dichtete. Er dichtete Ghazalen, im Andenken an Schams Tabrizi.</p>
<p>Im Jahr 1273 (672 n.H.) starb Mowlana Jalal ed-Din Mohammad Balkhi, als er 68 war, in Ghoniye. Er wurde in einem Mausoleum „Ghobat ol Khazra’ = grüner Tempel” begraben. Noch heute ist sein Grab ein Wallfahrtsziel und eine Kultszene für die tanzenden Darwische.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Mithra u. Mithras</title>
		<link>http://de.javadparsay.at/kultur/22</link>
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		<pubDate>Sun, 01 Apr 2007 15:09:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ayatay Parsay</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>
		<category><![CDATA[Mithra]]></category>
		<category><![CDATA[Mithras]]></category>
		<category><![CDATA[Rom]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein unsichtbares Band zwischen Iran und Rom Während meines Urlaubsaufenthaltes in Rom hatte ich die Möglichkeit, eine sehr schöne Kirche zu besuchen: Die Basilika San Clemente. Unter ihr finden sich viele Bauschichten, wobei sich in einer dieser Schichten ein Mithras-Tempel befindet. Es hat mich natürlich sehr interessiert, inwieweit diese römische Mithras-Stätte Verbindungen zum Mithra-Kult im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Ein unsichtbares Band zwischen Iran und Rom</strong></em></p>
<p><em><em>Während meines Urlaubsaufenthaltes  in Rom hatte ich die Möglichkeit, eine sehr schöne Kirche zu besuchen: Die  Basilika San Clemente. Unter  ihr finden sich viele Bauschichten, wobei sich in einer dieser Schichten ein  Mithras-Tempel befindet. Es hat mich natürlich sehr interessiert, inwieweit  diese römische Mithras-Stätte Verbindungen zum Mithra-Kult im Iran aufweist.</em></em></p>
<p>Obwohl die Mithra-Legende, je nach  lokalen Einflüssen, etwas variiert, finden sich in dieser Stätte viele  Zusammenhänge mit dem persischen Mithra-Kult. Auch ist mehrfach belegt, dass der  Mithra-Kult, noch nach der Zerstörung des persischen Achämenidenreiches, im  armenischen, hellenistischen und römischen Raum anzutreffen war, z.B. auf  Münzprägungen mit Darstellungen aus dem Mithra-Kult und in dem Namen Mitradates,  den viele Regenten trugen. Lassen Sie sich nun von mir auf eine kleine Zeitreise  mitnehmen und entdecken Sie mit mir, die Basilika, die so viel Schönes unter  sich verborgen hält:<span id="more-22"></span><a href="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/image010.gif"></a></p>
<p><a href="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/image010.gif"><img class="aligncenter size-full wp-image-23" title="image010" src="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/image010.gif" alt="" width="237" height="273" /></a></p>
<p><strong>Die Basilika in ihrer heutigen Gestalt</strong></p>
<p>Die Basilika San Clemente trägt den Namen des heiligen Papstes Clemens, Verfasser des berühmten Briefes an die Korinther (96 n. Chr.), der etwa im Jahre 100 n. Chr. starb und dessen Gebeine in der Basilika ihre letzte Ruhestätte fanden.</p>
<p>Grabungen unter der jetzigen Basilika förderten im Jahre 1857 nicht nur die ursprüngliche Kirche aus dem 4. Jh. zutage, sondern auch noch tiefer weitere Reste von Gebäuden, die aus dem 1.Jh. stammen. Spätere Ausgrabungen, besonders jene der Jahre 1912-1914, zeigten, dass, unter dieser bereits genannten dritten Schicht, Gebäudereste in einer vierten Schicht erhalten geblieben waren, die die Feuersbrunst unter Nero (64 n. Chr.) überdauert hatten.</p>
<p>In der dritten Bauschicht unterhalb der Basilika befinden sich zwei Gebäude, durch einen schmalen Durchgang von einander getrennt. Das eine ist womöglich ein Wohnhaus, in dessen Hof sich ein dem Mithraskult geweihter Tempel befindet. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich ein viereckiger Bau, in dessen Mitte ein großer, freier Platz liegt.</p>
<p>Der Mithras-Tempel ist sehr gut erhalten und gibt uns wichtige Aufschlüsse über den Mithraskult. Es gibt, neben Rom, auch viele andere Orte in Europa, an denen gut erhaltene Fundstücke und Mithräen gefunden wurden, wie z.B. in Budapest/Ungarn, Bad Deutsch-Altenburg/Österreich, Köln/Deutschland, etc.</p>
<p><strong> Wer aber ist eigentlich Mithras?</strong></p>
<p>Ausgehend von der mir bekannten Literatur, mache ich eine Unterscheidung zwischen Mithras, dem Gott des römischen Kultes und Mithra, dem persischen Gott.</p>
<p>Die frühesten Zeugnisse gehen ins 2. vorchristliche Jahrtausend zurück, wobei die bislang älteste Erwähnung aus dem 14. Jh. v. Chr. stammt, in der Mithra in einem Vertrag als Garant angerufen wird, er wird quasi als Personifikation des Vertrages, als Gott des Bundes gesehen. Es gibt auch die Gleichsetzung dieses Gottes mit der Sonne. Er ist das heilkräftige Licht, das stets im Kampf mit der Finsternis liegt, die bösen Geister bekämpft und in die Flucht schlägt; hier erinnert manches an den Beinamen des späteren römischen Mithras: Invictus (der Unbesiegbare).</p>
<p>Auch Mithras wurde -als Sonnengott- oft mit einer Fackel dargestellt und als der aus dem Fels geborene Gott bezeichnet. Die Felsgeburt ist eine oft anzutreffende Darstellung so wie auch die Stiertötung, die in der Basilika San Clemente auf dem Altar als sehr gut erhaltenes Relief gezeigt wird.</p>
<p>Die Stiertötung geschah in einer Höhle und bedeutete weniger Vernichtung als Verwandlung. Es ging um die Entstehung neuen Lebens durch das Opfer des Stieres. Aber es entsteht dadurch nicht nur Leben auf der Erde, sondern das gesamte Weltall wird geschaffen.</p>
<p>Oftmals steht der Stier als Symbol für den Winter (im europäischen Raum auch als Symbol für den Mond interpretiert).</p>
<p>Auf den Mithras-Reliefs finden sich auch andere Tiere, die sich alle um den Stier herum aufhalten, der Rabe, der Skorpion, die Schlange, der Hund und auch der Löwe (Symbol für den Sommer). Es ist wohl davon auszugehen, dass sie an der Kraft (in seinem Blut) des Stieres partizipieren wollen.</p>
<p>Anhand unseres Wissens über die wichtigsten Merkmale im Mithraskult, können wir nun die Basilika genauer erkunden:</p>
<p>Die schon anfangs genannte dritte Bauschicht unterhalb der Basilika San Clemente erreichen wir durch einen Eingang in der Schlusswand des Südschiffes der Basilika aus dem 4. Jh., welchem zuerst eine Treppe aus dem 4. Jh. folgt, die in die Räume aus dem 1. Jh. und zum Mithras-Tempel aus dem späten 2. oder frühen 3. Jh. führt.</p>
<p>Nach  altem  Brauch bestand ein Mithras-Heiligtum aus einem Kultraum und mindestens einem Pronaos (Nebenraum) &#8211; je nach finanziellen Möglichkeiten der Anhängergruppen &#8211; wobei der Kultraum einen Korridor mit beiderseitigen Liegebänken für die Eingeweihten beherbergt. Hier lag man und nahm das Kultmahl ein.</p>
<p>In der Basilika finden wir am Fuße der Treppe, die in die unteren Schichten führt, gleich um die Ecke den Pronaos des Tempels, dessen Stuckdecke geometrische und Pflanzen-Muster aufweist, welche zusammen mit den Liegebänken für die Eingeweihten so einiges vom ursprünglichen Charakter des Raumes bewahrt haben.</p>
<p>Der Raum wurde in die Mitte eines kleinen Hofes gebaut, wo er als Schauplatz des rituellen Mahles diente.</p>
<p>Auf der anderen Seite des Pronaos befinden sich, neben den drei Bänken (an drei Seiten des Raumes für die Teilnehmer des rituellen Mahles), auch Nischen für Statuen.</p>
<p>Das Kultmahl wurde von den Mithras-Anhängern gemeinsam mit dem “Pater” (Priester) eingenommen, um den Sieg des Mithras über den Stier zu feiern.</p>
<p>Auf dem Tisch vor der Gruppe liegt oft eine Stierhaut ausgebreitet, das Symbol für den Sieg des Mithras, den es zu feiern gilt. Auch Getreide und Wein sind wichtige Symbole, die auch oft als wichtige Grundnahrungsmittel in der Antike dargestellt werden.</p>
<p>Im Kultraum selbst war häufig, dem Eingang des Kultraumes gegenüber, die Rückwand des Raumes zu einer Nische gewölbt, wo sich das zentrale Kultrelief mit der Darstellung der Stiertötung befand. Durch die grottenartige Gestaltung des Hauptraumes wurde das Bild des Kosmos hervorgerufen &#8211; sozusagen als Mikrokosmos.</p>
<p><a href="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/image012.gif"><img class="aligncenter size-full wp-image-24" title="image012" src="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/image012.gif" alt="" width="255" height="208" /></a></p>
<p><strong>Der Kultraum des Mithras-Heiligtums</strong></p>
<p>Im Sinne der Darstellung des Weltalls finden wir auch im Mithras-Tempel unter der Basilika San Clemente “Sterne” in der Stuckverzierung der Decke und auch elf besondere Öffnungen, von denen die kleineren die sieben Sternbilder, die größeren die vier Jahreszeiten darstellen sollen.</p>
<p>Auf dem Altar, wie man in Abb.3 sehen kann: in der Mitte des Raumes, sehen wir nun das große Relief, das den Kampf von Mithras mit dem Stier darstellt. Er trägt die typische Mithra-Mütze. Unterhalb der Darstellung der Stiertötung sind auch der Skorpion, die Schlange und der Hund gut zu sehen.</p>
<p><a href="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/image014.gif"><img class="aligncenter size-full wp-image-25" title="image014" src="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/image014.gif" alt="" width="241" height="295" /></a></p>
<p><strong>Der Mithras-Altar (Darstellung der Stiertötung)</strong></p>
<p>Ebenso finden wir auf dem Altar, an dessen Schmalseiten noch zwei Genien abgebildet, die auch kosmische Bedeutung haben. Die Dadophoren, von denen eine Figur -Cautes- mit der erhobenen Fackel gezeigt wird und die Figur auf der entgegen gesetzten Seite &#8211; Cautopates, mit der gesenkten Fackel. Die Auslegung der Symbolik ist nicht eindeutig, man meint Cautes symbolisiert die am Himmel immer höher emporsteigende Sonne (die Zeit v. 21. Dez. bis 21. Juni, also die Sommerzeit) und Cautopates versinnbildlicht die Sonne in der Periode der kürzer werdenden Tage (v. 21. Juni bis 21. Dez., die Winterzeit).</p>
<p><a href="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/image016.gif"><img class="aligncenter size-full wp-image-26" title="image016" src="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/image016.gif" alt="" width="228" height="279" /></a></p>
<p><strong>Cautes</strong></p>
<p>Man kann auch noch einen dritten Raum vorfinden, wahrscheinlich eine “Schule”, in dem sich sieben Nischen befinden, die mit eingekratzten Bildern bedeckt sind. Es wird angenommen, dass sie die sieben Weihegrade darstellen, die man durch Absolvierung einer ganzen Serie von Prüfungen erhalten kann, wobei der eigentlichen Einweihung eine Unterrichtung vorausging.</p>
<p>Ein Tunnel  liegt  ca. 6m unter dem Mithraskomplex und führt so durch die schon erwähnte vierte Bauschicht mit jenen Häusern, die in der neronischen Feuersbrunst vernichtet wurden.</p>
<p>Es gäbe noch viel zu erzählen über Mithra, über Mithras und über die schöne Basilika San Clemente.</p>
<p>Vielleicht lassen Sie sich durch diese Zeitreise inspirieren, selbst auf Forschungsreise zu gehen?</p>
<p>Die Spuren des Mithras führen Sie an viele Orte&#8230;.</p>
<p><a href="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/image018.gif"><img class="aligncenter size-full wp-image-27" title="image018" src="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/image018.gif" alt="" width="238" height="286" /></a></p>
<p><strong>Cautopates</strong></p>
<p><strong> Literaturnachweis:</strong></p>
<p>1) Leonard Boyle O.P. Kurzer Führer durch die San Clemente, Rom 1989</p>
<p>2) Manfred Clauss, Mithras &#8211; Kult und Mysterien, München 1990</p>
<p>3) Die Yast’s des Awesta, übersetzt und eingeleitet von H. Lommel, Göttingen-Leipzig 1927</p>
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		<title>Mithrakult (Mehrayini) in Iran und in Europa</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Nov 2004 16:30:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Javad Parsay</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>
		<category><![CDATA[Mithra]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Mithrakult ist aus dem Persischen in das Abendland gekommen. Im alten vorzarathustrischen Persien, galt Mithra, Abb.1, als Genius oder Gott des unpersönlichen Himmellichtes. Er erschien vor Sonnenaufgang, oben auf den Bergesgipfeln, während des Tages aber und, in allen seinen hellen Stunden, durcheilte er, auf seinem, von vier weißen Rossen gezogenen Wagen, die Räume des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Mithrakult ist aus dem Persischen in das Abendland gekommen. Im alten vorzarathustrischen Persien, galt Mithra,  Abb.1, als Genius oder Gott des unpersönlichen Himmellichtes. Er erschien vor Sonnenaufgang, oben auf den Bergesgipfeln, während des Tages aber und, in allen seinen hellen Stunden, durcheilte er, auf seinem, von vier weißen Rossen gezogenen Wagen, die Räume des Firmaments, und wenn dann die Nacht niedersank, erleuchtete er noch mit einem hellen Schimmer die Oberfläche der Erde, „immer umsichtig, immer wachsam, immer da“. Er bewachte und überwachte mit Hilfe von „tausend Ohren“ und „zehntausend Augen“ die Menschenwelt.</p>
<p><span id="more-34"></span></p>
<div id="attachment_35" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/bild001.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-35" title="bild001" src="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/bild001-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Abb. 1: Mithra, Wandmalerei von Kuh-e Khadje</p></div>
<p>Den Grund für das große Ansehen des Mithra, finden wir im 10. Opfergesang, jenem „Yascht“, in dem der Sassaniden- Schreiber folgende Eingangsverse durch Ahura Mazda dem Zarathustra sagen lässt:</p>
<p>Es sprach Ahura Mazda zu Spitama Zartoscht (Zarathustra): Als ich den Mithra, der weite Triften hat, erschuf, da machte ich, O Spitama, gleich anbetungswürdig, gleich preisungswürdig, wie mich selbst, den Weisen Herrn.</p>
<p>Mithra ist also hier seinem Schöpfer, Ahura Mazda, gleichgestellt. In den darauf folgenden Versen, wird er in vielen Szenen gezeigt und vieler guter Taten gerühmt. Wesentlich, für das Fortleben der Mithraverehrung, ist aber, dass sich, wie in den Rig-Vedas, so auch hier, in dem Yascht2 des Awesta, verschiedene, häufig genannte Charakterzüge des Mithra herausarbeiten lassen:</p>
<p>Mithra wird, seiner Wortbedeutung nach, mit „Vertragstreue“ und „Freundschaft“ gleichgesetzt.</p>
<p>Mithra ist der Sonnengott, der Wachsame, der morgens viele Erscheinungen hervorbringt, die Schöpfung des heiligen Geistes, der wohlgeschaffene große Gott.</p>
<p>Er ist ein kriegerischer Gott, im Dunkeln wachsam, untrüglich, der Stärkste der Stärksten, der Tapferste der Tapfersten. Er ist der Allwissendste der Götter, hat tausend Ohren und zehntausend Augen, ist der Held von zehntausend Spähern, der Allwissende, der Untrügliche.</p>
<p>Ein anderes Bild ergeben die heiligen Bücher des alten Indien und des Iran, der Rig-Veda, und das Awesta, die beide schon eine Gottheit mit dem Namen Mithra benennen. In Indien wurde der Gott Mithra, neben Varuna und Indra, dem Götterkönig, genannt. Ein Gedicht der Rig-Veda ist dem Mithra allein gewidmet. Es zeigt ihn vor allem als Freund des Menschen, wie einige der insgesamt neun Verse dieses Gesanges belegen sollen. Viele Kulturforscher äußern sich auch darin, dass der Ursprung der Mithra-Religion in Indien und Persien liege. Xenophon und Herodot vertreten die Meinung, dass Persien die ursprüngliche Heimat des Mithra ist.3</p>
<p>Eine, im Jahre 1971 in Manchester, 1975 in Teheran und 1978 in Rom, stattgefundene internationale Kongressreihe veröffentlichte umfangreiche Sammelbände, die, unter anderem, einen wertvollen Beitrag zur neuen Forschung geleistet haben.4 Immer noch beschäftigen viele Kulturforscher, seit Anfang des 20. Jahrhunderts, die persisch-iranischen Verbindungen. Es wurde abermals betont, dass seine geographische Lage, das Hochland von Iran, bis weit nach Nordchina, spürbar ist.</p>
<p>Die Basis der Untersuchungen des Mithrakultes bilden auch die archäologischen Überreste der Heiligtümer des Mithra und ihres Inventars, die in über 420 Orten nachzuweisen sind, und aus 1000 Inschriften, 650 Stiertötungsreliefs, die allerdings nur knapp zur Hälfte vollständig erhalten sind, und 500 weiteren Reliefs bestehen.</p>
<p>In einem Bild des jagenden Gottes Mithra, Abb.2, sind, verflacht und sogar frontal, Mithras Kopf und Oberkörper wiedergegeben. Durch die Anordnung der fliehenden Tiere in gestaffelten, diagonalen Reihen, wurde aber etwas Bewegung und Tiefentwicklung erzielt. Ähnliche Bilder sind vorbildlich in der Sassanidenzeit, in Form von Jagddarstellungen von Sassanidenkönigen, widergegeben.</p>
<p><a href="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/image002.gif"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-38" title="image002" src="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/image002-150x150.gif" alt="" width="150" height="150" /></a>Vielleicht hilft es, wenn wir uns an den Bericht erinnern, den Herodot von den persischen Lebensgewohnheiten gibt. Er berichtet, dass die Perser vom 5. bis zum 20. Lebensjahr vor allem in drei Dingen unterrichtet wurden: Im Reiten, im Bogenschießen und in der Wahrheitsliebe5. Unter der Dynastie der Parther, haben sich viele Adelige des persischen Reiches mit dem Namen Mithra geschmückt. Selbst die Könige der Parther-Dynastie haben Namen entwickelt, die mit dem Namen Mithra in Verbindung standen, wie: Mehr´dad (Mithradate). Noch heute ist eine Kombination mit dem Namen Mithra oder „Mehr“, als Männer- wie auch als Frauenname sehr beliebt, wie zum Beispiel Mehr-dad, Mehr-asa, Mehr-ban, als männliche Namen und Mithra, Mehr-naz, Mehr-angiz, als weibliche Namen.</p>
<p><strong>Mithra in Kleinasien</strong></p>
<p>Der Mithrakult, mit seinen Anfängen in Persien, gelangte erst nach Kleinasien, dann nach Griechenland, wurde dann aber nach Rom und vor allem an die Grenzen des Reiches zur Donau und zum Rhein getragen. Auf der Ost- und Westterrasse des Nemrud Dagh, des heiligen Berges, (Türkei-Syrien), zeigen verschiedene gefundene Reliefs, wie Mithra dem König (Antochios 1., 34- 69 v. Chr.), die Hand reicht. Er wird mit der persischen Tiara, die eine nach vorne abknickende Spitze hat und deren Laschen bis auf die Schultern herabreichen, dargestellt. Der Kopf ist von einem Strahlenkranz umgeben. Jetzt drängt sich die Frage nach dem Grund auf, wer oder was den König bewogen hat, auch die persischen Götter in sein Panteon aufzunehmen. Mit der Errichtung des Nemrud Dagh als zentrales Staatsheiligtum konzipierte und errichtete Antochios 1. ja auch seine Ahnengalerie. Die väterliche Ahnenreihe führt der persische Großkönig Dariyusch (Dareios) an und die mütterliche Seite geht auf Alexander von Makedonien zurück.</p>
<p>Ein ähnliches Bild von der iranischen Tradition und der Handreichung dieses Gottes, haben wir im Relief, in Tagh-e- Bostan, (Kermanschah, im West Iran). Das Bild zeigt uns den Gott Mithra, neben König Schapur II. (309-79 n. Chr.) und König Ardaschir II. (379-83 n. Chr.) bei der Machtübergabe, Abb.3.</p>
<p>Der Mithrakult hat sich im ersten und zweiten nachchristlichen Jahrhundert über die ganze damals bekannte Erde ausgebreitet. Er wurde in Europa als eine ausgesprochen gute Soldatenreligion empfunden, weil er durch die römischen Legionäre bis an den Rhein und nach England gelangte, war aber schon längst über die Trägerschichten hinausgegangen, und hatte in weiteren Kreisen Anhänger gefunden.</p>
<p><strong><a href="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/image003.gif"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-40" title="image003" src="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/image003-150x150.gif" alt="" width="150" height="150" /></a>Die Stiertötung</strong></p>
<p>Die eigentliche Erlösungstat des Mithra, ist die Schaffung neuen Lebens, durch das Blut des von ihm getöteten Stieres, Abb.4. Die Darstellung dieser Szene durfte in keinem Mithräum fehlen. In vielen Heiligtümern sind, der Stier, als Symbol für den Winter, und der Löwe, als Symbol für die Sommerzeit, ein uraltes Thema für viele literarische und bildnerische Darstellungen im Iran. Diese Motive wurden auch vorbildlich in anderen Kulturen nachgemacht. In der keltischen Kultur ist der Stier, als das wichtigste Symbol für den Staat, überall in Erscheinung getreten.</p>
<p><a href="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/image004.gif"></a><a href="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/image004.gif"><img class="alignleft size-full wp-image-42" title="image004" src="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/image004.gif" alt="" width="184" height="256" /></a>Das im 10. Jh. n. Chr. entstandene “Bundahishen”, berichtet von dem Stier, der von Ahura Mazda als erstes Lebewesen erschaffen wurde. Dieser Stier soll dann Ahriman, den Mächtigsten der Bösen, getötet haben. Anhand der Reliefs, Skulpturen und Malereien haben wir versucht, die Legende um Mithra und seine Beziehungen zu anderen Göttern zu verstehen.</p>
<p>In Höhlenmalereien, in Lasceaux/Frankreich, sind Stierzeichnungen als Kraftträger symbolisiert. Man kann immer noch aus den traditionellen Spielen, wie der „Kraftprobe“ in Spanien, mit den freigelassenen Stieren auf den Strassen von Pamplona, oder dem Stierkampf (der Matadore) in Spanien, eine Verbindung mit der Stiertötung herausinterpretieren.</p>
<p><strong>Die Geburt</strong></p>
<p>Viele Reliefs, aber auch Skulpturen, geben uns die Szene der Geburt des Gottes wider. Er ist der Felsgeborene, und als solcher wird er uns auch in verschiedenen Inschriften vorgestellt. Offenbar symbolisiert er die Spitze eines Berges, auf dem Mithra den Menschen zum ersten Mal erscheint. Flammen schießen zuweilen aus dem Felsen empor, wie etwa auf dem Bild aus Dura Europos.</p>
<p>Dieses Thema taucht nicht nur im Alten Testament (im Buch Exodus) auf. Schon im 10., dem Mithra gewidmeten, Opfergesang des Awesta, in Vers 13, wird von dem Gott gesagt, dass er auf dem Berge Alborz, (nahe zu Teheran), in strahlendem Glanze erscheint, weil er von dort das Volk der Arier überblicken könne. Schon die Geburt legt also die Funktion und die wichtigste Aufgabe des Mithra fest, nämlich Mittel zu sein zwischen Gut und Böse, zwischen Tod und Leben. Damit ist er auch als Erlöser geboren.</p>
<p>Textfeld: Abb.5 Mehrabe-e Bischapur, IranWie wichtig für den Menschen die Geburt des Gottes ist und wie groß sein Interesse an dem Geburtsvorgang, darüber geben uns einige weitere Details auf den verschiedenen Denkmälern Auskunft. Dadurch wird auch verständlich, dass das Geburtsfest des Mithra eine besondere Bedeutung im Leben der Gemeinde hatte. In europäischen Ressourcen wird der 25. Dezember als Geburtstag genannt. An diesem Tag wurden auch neue Gläubige in den Kreis der Kultgemeinde aufgenommen, denn am Tag der Geburt des Gottes, wird der Initiant, durch die Einweihung in die Mysterien, neu geboren. „Ich wurde geboren beim ersten Licht“, sagt ein Mithradiener im (Mehr´abe) Mithräum von Santa Prisca.</p>
<p><strong><a href="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/image006.gif"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-46" title="image006" src="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/image006-150x150.gif" alt="" width="150" height="150" /></a>Mehr´abe (Mithräen)</strong></p>
<p>Textfeld: Abb.6 Rekonstruktion des Mithräums in Sofia, BulgarienNach altem Brauch, verehrte man Mithra in einer geeigneten Felsenhöhle, Abb.5, weil die Tötung des Stieres durch Mithra in einer Höhle stattfand. In Rom und im übrigen Italien, wo der Kult entstand und sich zunächst ausbreitete, übernahm man den allgemeinen Begriff für ein Heiligtum: Templum.</p>
<p>Die Architektur der Kultstätten ist einzigartig, ihr typischer Aufbau macht es leicht, Mehrabe (Miträen) bei den Ausgrabungen zu identifizieren. Da in den Städten solche Höhlen und Grotten fehlten, wurde das Heiligtum vertieft angelegt, so dass man es durch ein paar Stufen, mitunter sind es sieben, abwärts betrat. Die Decke war gewölbt, wie es die Zeichnung des Mithräums in Sofia (Bulgarien), Abb.6, zeigt. Die Konstruktion der gewölbten Decke war das Symbol für das Himmelsgewölbe. Ein rund gewölbtes Dach über dem Heiligtum, bot die Möglichkeit, in dessen Inneren durch Bemalung mit Sternen den Himmel nachzuempfinden. Der Kulturraum wird somit ein Abbild der Welt, durch die der Mensch schreitet, hin zu Gott, der im Hintergrund sichtbar wird.</p>
<p>Die gesamte Anlage eines Mithratempels bestand aus drei Teilen: Die Stelle von Mehr´ab (Altar), ganz vorne, wo eine kleine Nische in den Podien, beschützt durch einen Bogen, eingelassen war, dieser gab den Blick frei auf das zentrale Kultbild, welches an der Rückenwand aufgestellt war. Der Vorraum, mit einer Arkade beim Eingang5, hatte zwei Sitzsockeln an beiden Seiten. Man findet kaum die Spuren von Fenstern in noch gut erhaltenen Heiligtümern. Sie waren zumeist völlig dunkel, nur durch Feuer und Fackeln erhellt.</p>
<p>Für die Gläubigen war der Tempel mehr als nur eine Stätte regelmäßiger Verehrung und Opferung. Die Mithra-Anhänger bezeichneten ihren Tempel als einen glücklichen, heiligen, frommen und segens-pendenden Ort, wie uns in hunderten von Gedichten aus iranischen literarischen Texten beschrieben wird. Im Tempel wurden sie, durch die Einweihung als Mithradiener, neu geboren.</p>
<p>Dass in der Nähe des Tempels eine Quelle liegen soll, ist auch verständlich, denn die Tempelbesucher mussten sich, für jede Kultfeier, nach bestimmten Waschordnungen den Körper waschen; Dann traten sie, wie Mithra, aus dem Dunkel der Felsenhöhle an das Licht.7</p>
<p><strong>Die Kultfeiern</strong></p>
<p>Die Reliefdarstellungen, -im Mithräum Santa Prista-, lassen keinen Zweifel daran, dass eine von den üblichen Kultfeiern der Mithra-Anhänger das Kultmahl war. Welche Speisen bei dem Mahl verzehrt worden sind, lässt sich nicht feststellen. Iranische Quellen berichten vom Genuss eines Saftes, „Haoma“, der in späteren Zeiten, von Zartoscht, durch Wein ersetzt wurde.8 Die europäischen Forschungsberichte sprechen von Brot und Wein. Die Anhänger waren festen Glaubens, dass durch den Genuss des Kultmahls, neues Leben entstand. Man kann annehmen, dass die Mahlzeit mit bestimmten Formeln verbunden war.</p>
<p><strong><a href="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/image007.gif"><img class="alignleft size-full wp-image-47" title="image007" src="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/image007.gif" alt="" width="259" height="312" /></a>Die Sieben Weihgrade,</strong></p>
<p><strong>„Haft Schahr –e Esch´gh“</strong></p>
<p>Verschiedene Einweihungen und die Weihegrade kennen wir, mit ihren vielen Einzelheiten, aus Inschriften und bildlichen sowie literarischen Zeugnissen. Sie geben uns ein Bild von der Bedeutung der Einweihungen und den Zeremonien. Der Gläubige konnte, nacheinander: Rabe, Verlobter, Soldat, Löwe, Perser, Sonnenläufer und Vater werden. Nicht jeder konnte vom untersten Grad bis zum Vater aufsteigen. Sieben Einweihungsgrade kannte der Mithrakult, wobei die Zahl nicht zufällig ist. Nach dem Glauben der Mithradiener, gliedert sich der Himmel in sieben Sphären, von denen jede einem Planeten zugeordnet ist. Eine Art Leiter, Abb.7, wurde aus acht übereinander gestellten Toren zusammen-gesetzt, von denen die sieben ersten als symbolische Erinnerung an den Weg, den es zurückzulegen galt, um, durch das achte Tor, in den unendlich gestirnten Himmelsraum zu gelangen, dienten.</p>
<p>In späteren literarischen Texten, begegnen wir, sowohl in religiösen Vorstellungen als auch in der iranischen Mystik, solchen Bezeichnungen wie, „Haft Schahr-e Esch´gh“ oder „ Hascht Behescht“ (sieben Städte der Liebe, acht Tore des Paradieses), etc.</p>
<p><strong>Mithra und das Christentum</strong></p>
<p>Textfeld: Abb.7 Leiter der Weihgabe, Fußbodenmosaik aus OstiaIn der Beziehung zu anderen Gottheiten ist die Rolle des Mithra, als Mittler, von besonderer Bedeutung. War er doch schon in der persischen Zeit als Vermittler zwischen dem höchsten Gott Ahura Mazda und dem Gott der Unterwelt Ahriman verstanden worden. Im römischen Kult findet man diese Anspielung auf das Verständnis als Mittler noch verstärkt.</p>
<p><a href="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/image008.gif"><img class="aligncenter size-medium wp-image-48" title="image008" src="http://de.javadparsay.at/wp-content/uploads/image008-241x300.gif" alt="" width="241" height="300" /></a></p>
<p>„Si le christianisme eüt été arrété dans sa croissance par quelque maladie mortell, le monde eüt été mithraist». Dieser Ausspruch von F. Renan9 ist im Zusammenhang mit der Frage nach der Bedeutung beider Religionen oft zitiert worden. Das lag zweifellos an der großen Ähnlichkeit beider Religionen, was sogar im Altertum allgemein auffiel.</p>
<p>Beide Religionen verdanken ihre ersten Erfolge der politischen Einheit des römischen Reiches. Sie profitierten wiederum von dem moralischen Verfall des Imperium Romanum, denn gerade im 3. Jh. n. Chr., dem Jahrhundert der großen Reichskrise, erlebten sie ihre Blütezeit.</p>
<p>Neben den äußerlichen gemeinsamen bzw. getrennten Entwicklungen, gab es aber vor allem in der Lehre Gleichartiges. Wie Mithra ist auch Christus ein Mittler zwischen Gut und Böse, zwischen dem himmlischen Vater und den Menschen. Ahriman, als Dämon des Bösen symbolisiert, ebenso wie der Satan, die Hölle, der die lichten Sphären des Himmels gegenüberstehen. Die Fahrt zu diesem Himmel ist sowohl für Christen als auch für die Mithra-Gläubigen ein zentrales Thema ihrer Lehre. Selbst die Auferstehung und das endzeitliche Gericht kennen beide Religionen. Auch das heilige Mahl, durch das der Mensch teilhat, an dem Opfer seines Gottes, ist ihnen gemeinsam.</p>
<p>In einem mittelalterlichen Text, sagt Zartoscht (Zaratustra) zu seinen Anhängern: Wer nicht von meinem Leib isst und von meinem Blut trinkt, so dass er sich mit mir vermischt, wie ich mich mit ihm vermische, der wird das Heil nicht haben10. Christus aber sagt zu seinen Jüngern: Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben &#8230;, der bleibt in mir und ich in ihm.11</p>
<p>So waren es die Politiker und Herrscher, die den Streit zwischen der Mithrareligion und dem Christentum entschieden. Die Schlacht an der milvischen Brücke des Jahres 312 n. Chr., brachte nicht nur Konstantin d. Gr. den Sieg, sondern auch den Untergang für den Mithrakult12 So wie vorher die Kaiser den Sonnengott Mithra im Imperium Romanum etabliert hatten, so pflanzte nun Konstantin das Kreuz in den römischen Boden ein.</p>
<p>Es gab in der Folgezeit noch ein Aufbegehren, doch als Führer dieses Verteidigungskampfes der alten Religionen konnten sich die heidnischen Kaiser, wie etwa Julian Apostata, nicht durchsetzen, und die Mithradiener mussten zusehen, wie die Christen in Rom ihre Tempel mit Beilhieben zerstörten.</p>
<p><strong>Quellen:</strong></p>
<p><em>1.Die Sprach- und Schreibregelung ist nicht einheitlich. Für den altindischen Gott hat sich die orthographische Schreibung „Mitra“ eingebürgert, für den persischen „Mithra“ und für den römisch-hellenistischen „Mithras“.</em></p>
<p><em>2.Übersetzt nach: Die Yast’s des Awesta, übersetzt und eingeleitet von H. Lommel, Göttingen-Leipzig 1927, wonach die Widergabe der folgenden Verse 141/2 erfolgt.</em></p>
<p><em>3.Herodot bereiste Persien in den Jahren um 455 v. Chr. und beschreibt in seinen Historien I, 131 ff. Sitten und Religion der Perser.</em></p>
<p><em>4.Über diese Studienreihe hinaus gibt es noch die von J. R. Hinnels herausgegebenen Mithraic Studies, 2 Bde., Manchester 1975 mit wertvollen Beiträgen zur neuen Forschung, die als Vorträge 1971 auf dem ersten internationalen Mithra-Kongress gehalten wurden. Die Vorträge des 2. Kongresses 1975 in Teheran sind in einem eigenen Band der Acta Iranica unter dem Titel Études Mithraiques 1978 erschienen. Ergänzt werden diese Arbeiten noch durch die, in drei Nummern, seit 1976, erschienene Zeitschrift Journal of Mithraic Studies.</em></p>
<p><em>5.Herodot I, 136.</em></p>
<p><em>6.Diese Bogenstruktur wurde später als ein wichtigste Element der Architektur angenommen.</em></p>
<p><em>7.Wasche dich und dann trete in den (Khorabat) ein, damit diese Deyr e-Moghan (Magier- Kloster) ja nicht durch deine Unreinheit beschmutzt wird, Gedichtsbuch von Hafez.</em></p>
<p><em>8.Dieses Präparat (Haoma, Mei-e Baghi), als Getränk, wurde vor Zartoscht (Zaratustra) aus dem Saft einer Pflanze gemacht, und hat eine stark berauschende Wirkung. Zartoscht hat das mit Wein ausgewechselt.</em></p>
<p><em>9.E. Renan, Mark Aurèle et la fin du monde antique, Paris 1929, 579.</em></p>
<p><em>10.M.J. Vermaseren, Mithras, 83</em></p>
<p><em>11.Joh. 6, 54-56.</em></p>
<p><em>12.Manfred Claus, Mithras, Kult und Mysterien, C.A.Beck München, 1990</em></p>
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